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--- Tirol sperrt zu laute Motorräder aus (http://www.sr500.de/wbb3/thread.php?threadid=44957)


Geschrieben von mr.kickstart am 07.06.2020 um 17:45:

 

Zitat:
Original von Hausel
Hallo,
ich habe bei meinen drei 2J4 ein Standgeräusch von 78N im Fahrzeugschein.
Das bedeutet das 21dB bei einer polizeilichen Messung dazugerechnet werden.
In Deutschland gibt's noch eine Toleranz von 5dB, in Österreich sind das 3dB.
Also sind wir mit einer alten SR, auf den gesperrten Strecken nicht zugelassen,
wegen einem Standgeräusch von 99dB.

Mich hat nun interessiert was die SRs, mit ihren unterschiedlichen Auspuffen, wirklich für
ein Standgeräusch produzieren. Mein Sohn hat dafür ein geeichtes Messgerät.
Die Originale mit Original-Auspuff hat bei 3250 U/Min. 86,2dBA. Trotz offenem K&N.
Der Cafe Racer mit EGU-Auspuff hat 93,1dBA.
Damit liegen die beiden SR unter den 95 dB und wären damit erlaubt.
Wenn aber die Sheriffs nur nach den Papieren gehen?

Beim Scrambler mit 7 Scheiben Supertrapp ist der Fall klar: 99,7bB.

Gruß
Hausel


Dann müsste man ja beim TÜV ohne größere Probleme 95dB(A) eintragen können...



Geschrieben von mac_73de am 08.06.2020 um 11:16:

 

Zitat:
Original von Hausel


Beim Scrambler mit 7 Scheiben Supertrapp ist der Fall klar: 99,7bB.

Gruß
Hausel


Meine Trappse ist mit 102db bei 3300 U/Min eingetragen.. ich fahre aber auch nicht in Tirol .



Geschrieben von MarcBreil am 08.06.2020 um 20:23:

 

Hat jemand da eine verbindliche aussage zur 2J4 mit 77N eingetragen. Darf die oder darf die nicht in Österreich gefahren werden

Verbindlich = mit Quellenangaben!

Sorry, das ich hier so "kleinlich" bin , aber wir orakeln hier schon a bissle rum, oder?

Zulaute Moped hasse ich übrigens auch ! Wenn ich die Harleyfahrer (oder andere :-) mit Ihren Klappenauspüffs sehe und höre , krieg ich plag !!!! was soll das ? Ehrlich gesagt nervt mich meine SR schon manchmal.....



Geschrieben von mr.kickstart am 10.06.2020 um 10:19:

 

Wenn dir die gut belegte Information, dass für die Nahfeldmessung 21dB aufgeschlagen werden nicht reicht, dann musst du wohl hinfahren und dich kontrollieren lassen und dann vor Gericht ziehen um das "verbindlich" herauszubekommen.

Tirol wird nicht die Fahrzeugschein von jedem Baujahr jedes je zugelassenen Fahrzeuge aus jedem EU-Land kontrollieren und als ja/Nein Liste veröffentlichen.



Geschrieben von mac_73de am 10.06.2020 um 11:43:

 

Wer sich die Mühe machen will alles durchzulesen, hier die m.E. aktuelle Richtlinie:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1486070606029&uri=CELEX:32014R0540



Geschrieben von Hausel am 13.06.2020 um 14:43:

 

Hallo,
weil ich nur 69 km von der Tiroler Grenze hause, habe ich mich mit der leisesten SR ins Sperrgebiet
gewagt. Bei der Auffahrt zum Hahntennjoch wurde ich rausgewunken.
Die wissen das mit dem Aufschlag von 21 dB auf den N- Wert, deshalb wären 220 Euro fällig.
Weil die SR mit dem Original Auspuff aber so leise ist ( wir hatten 86,2 gemessen), haben die einen
Motorrad Polizisten angefordert und gemeinsam entschieden mich laufen zu lassen.
Glück gehabt.
Die BMW R1000R, die nach mir kam, hatte 96 dB auf dem Typschild.
Der musste die 220 Euro abdrücken, plus 50 Euro fürs zu schnell fahren, im Tunnel.
Also mit dem Cafe Racer, mit seinen effektiven 93,1 dB, probier ich das besser nicht.

Gruß
Hausel



Geschrieben von motorang am 14.06.2020 um 08:30:

 

Hi
Ich hab eine Stellungnahme aus Tirol angehängt, von der Landesregierung ...

Hier nochmal die relevante Stelle in "lesbar":
.
Zitat:
Grundsätzlich wird das Standgeräusch als „A-bewerteter Schallpegel“ gemessen, was sohin den Wert in der
Einheit db(A) begründet. Diese Messmethode wird seit ca. 1966 bei Fahrzeugabnahmen eingesetzt.
Vorher wurde in DIN-Phon gemessen, somit sind bei Fahrzeugen mit einer Erstzulassung vor 12.9.1966 die Werte mit
dem Kürzel „D“ vermerkt. Diese sind nicht vergleichbar mit db(A) Werten, und somit bei einer Kontrolle nicht
anwendbar.
Ab 1966 wurde die Fernfeldmessung eingeführt, welche mittels Umrechnung auf einen
Nahfeldmessung gerechnet wurden. Dies hatte das Kürzel „N“ zur Folge. Um eine Kontrolle auch heute noch zu
ermöglichen, muss ein Wert von 21db aufgeschlagen werden, um einen vergleichbaren Wert für db(A) zu
bekommen. (Beispiel Standgeräusch 75db(N) wären 96db(A), somit vom Fahrverbot betroffen).

Die Angabe von db(P) ist direkter Hinweis, dass das Fahrzeug schon mit der (damals - 1980) modernen Nahfeldmessung
gemessen wurde, und dieser Wert kann ein zu eins bei einer Kontrolle umgesetzt werden.
Das P wurde dann im Laufe der Zeit weggelassen, da die Nahfeldmessung gemäß EU-Richtlinie 97/24/EG komplett normiert wurde.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass
  • für Fahrzeuge, welche in DIN-Phon gemessen wurde - Wert mit (D) - das
    Fahrverbot nicht greifen kann, da hier keine Kontrollmöglichkeit gegeben ist.
  • Bei den Werten mit (N) ist 21 dazuzuzählen, und
  • bei den Werten mit (P) oder ohne Buchstaben gilt der Wert in den Papieren, somit ab 96db(A)
    ist eine andere Route zu wählen.


Das Fahrverbot gilt auch für uns Österreicher. Auch wir finden diese Streckensperrungen nicht klass, zumindest diejenigen nicht die dort nicht wohnen. Ich selbst habe durchaus Verständnis, hätte allerdings ein selektiveres Vorgehen gegen die tatsächlichen Lärmsünder begrüßt (Messungen). Die Idee eines "Lärmblitzers" hätte durchaus Charme.

Gryße!
Andreas, der motorang


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