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Zum Ende der Seite springen Langstrecken & Reise SR
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maro500
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Langstrecken & Reise SR Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Basis war eine neu gekaufte 48U mit dem Membranvergaser, dem gering verdichtenden Kolben und der Mofakette.

Motor: Wiseco-Schmiedekolben, seitdem ist mit Ölverbrauch Schluss. TM 36 Vergaser, damit das Moppi in grosser Höhe Leistung behält, der Membranvergaser wollte da nicht mehr hochdrehen. Beide Kipphebelwellen geschmiert, das Übliche. Ölkühler von Setrab mit selbstgeschnitztem Halter. Gehäuseentlüftung nicht in den Ansaugtrakt, sondern unter die Bank, kommt nichts raus.

Auspuff: einwandiger VA-Krümmer, bleibt kühler, Auslassventil auch, weniger Klingeln. Sito-Universalschalldämpfer, leicht, gut zu putzen (das Original rostet an den nicht zugänglichen Stellen), guter Drehmomentverlauf, netter Klang, selbstgeschnitzter Halter. Im Bereich der Soziusraste ein Alu-Profil, dass der Auspuff nicht die Schuhsohlen anschmilzt wenn man mal nicht aufpasst.

Bank: höher gepolstert, andere Neigung, da Moppi vorne tiefer und hinten höher steht, damit man nicht nach vorne rutscht.

Lenker: flacher, breiter, bessere Kontrolle durch mehr Last auf dem Vorderrad, weniger Winddruck

Licht: vorne leichte Halogen-Blinker, hinten gekürzte Verbindungsarme, die Originalen rappeln immer an der selben Stelle durch. Der Blinker, der vorne klappt, macht hinten Stress wg gebrochener Wendeln.

Armaturen: Mono-Uhr / Drehzahlmesser plus Fahrradtacho. Kein Tachowellenstress mehr, Halter für Drehzahl selbstgeschnitzt, Instrument sitzt tiefer und ist bei Ausrutschern aus der Schussbahn.

Zündschloss: entfernt, Moppi geht durch Kippschalter an und aus, ideal für Fahrten zum Baggersee, da kein Schlüssel nie verloren geht nimmer. Dem Prüfer reicht das Lenkschloss.

Gaszug: nur öffnen, schliessen entfernt, Gasgriff mit PVC-Schlauch über Moosgummi, total entspanntes Fahren, kein Nachfassen mehr, Federspannung im Vergaser auf tiefster Stufe. Lenkerenden aus Alu, damit nach Umfallern der Gasgriff nicht klemmt.

Spiegel: links langer XT-Spiegel, rechts Schulterblick, Moppi lässt sich besser verpacken und rangieren

Antrieb: 16 auf 40 mit 520er Kette. Die 530er Kette für die SR ist unnötig.

Zündung: Steffi

Tank: Reinschlüssel 22 Liter

Räder: vorne die Hinterradfelge der 48T, also 2,15 Zoll, Löcher auf Geometrie der Trommel umgebohrt; hinten 3 Zoll San Remo, jeweils VA-Speichen, Speichen-Einhängerichtung nach Handwerksart, nicht die verkehrte Einhängung ab Werk

Steuersatz: Walzen

linker Seitendeckel handgeschnitzt aus Dural-Blech, dahinter kleinere Panasonic Gel-Batterie 3,4 Ah

rechter Seitendeckel mit Rändelschraube als werkzeugloser Zugang zum Luftfilter für Startpilot, wenn sie mal gar nicht will

Soziusrasten: rechts direkte Montage ohne Halter, links selbstgeschnitzter Halter aus Dural-Blech, leichter, weiter vorne. Die Originalhalter sind Guss, schwer und können brechen.

Federbeine: Koni, Länge 330mm, Federdraht 8,5mm, Heck höher, mehr Federweg, mehr Dämpfung, kein Aufsetzen, egal welche Strasse, egal welche Zuladung. Ölsorte gewechselt auf Mehrbereichsöl.

Schwinge: Alu-Schwinge mit selbstgeschnitztem Halter für den Kettenschutz, aber originale Kettenspanner (schneller zu bedienen), Kette länger als original, dadurch effektiv "längere" Schwinge, kein Ärger mit breiteren Reifen oder Felgen

Träger: Hepco Becker, mit selbstgeschnitzten Alustreben

originaler Kennzeichenhalter entfernt

Gabel: verstärkte Federn Promoto, obere Gabelstopfen mit zusätzlicher M8-Schraube plus Dichtung, so kann der Gabelstopfen beim Ölwechsel drin bleiben, Federabstimmung mit zusätzlichen VA-U-Scheiben, Telefix Gabelstabi. Ölsorte geändert auf ATF-Öl (dünner), dafür 25ml mehr für die Progression, Dichtringe halten.

Vorderradbremse: andere Zugverlegung mit weniger Schlenkern, Beläge in beide Richtungen mit 45° geschlitzt, für Abführung des Abriebes, ich möchte keine Scheibe mehr nach dieser Trommel

Das Moppi ist trotz zusätzlicher Teile insgesamt ca. 8 Kilo leichter als Serie, vor allem durch Auspuff, Kette, Batterie, Schwinge. Dafür fahren wir immer unsere Werkstatt im Tankrucksack spazieren, die wir aber sehr selten brauchen.
Grüsse aus der Eifel
maro

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07.11.2018 18:27 maro500 ist offline E-Mail an maro500 senden Beiträge von maro500 suchen Nehmen Sie maro500 in Ihre Freundesliste auf
Nobby Nobby ist männlich
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Donnerwetter, Du bist ja echt der Bastelheimer vor dem Herrn.
;-)

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Better Motörhead than dead!
08.11.2018 07:53 Nobby ist offline E-Mail an Nobby senden Beiträge von Nobby suchen Nehmen Sie Nobby in Ihre Freundesliste auf
TokTok
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Welche Konis sind denn 330mm lang?
Muss bei mir auch etwas höher kommen.

__________________
Meine Vorstellung ist es, in der Kneipe zu sterben!
08.11.2018 18:54 TokTok ist offline E-Mail an TokTok senden Beiträge von TokTok suchen Nehmen Sie TokTok in Ihre Freundesliste auf
maro500
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Konis 330mm Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Guten Abend tok-tok,
Koni Typ 7610-1418 ist gut, Auge/Auge-Befestigung, auf die nötigen 14mm aufbohren.
Typ 7610 hat generell das Problem, dass der Kopf die Vibrationen der SR nicht ewig aushält, der Hartmetallkeil, der die Dämpferstange fixiert, bricht, eigentlich immer, irgendwann. Aber das ist nicht wirklich schlimm.
Ich lasse inzwischen den gebrochenen Keil drin und kontere nur nach, ein neuer Keil würde wieder brechen. Ich fahre seit 25 Jahren so, er kann nicht 2x durchbrechen. Wegen der SR hat Koni punktuell den Kopf geändert, aber das von Koni für die SR vorgesehene Federbein ist in Länge, Federrate und Dämpfung nicht mein Fall.
Die Federteller aus Guss reissen immer an der selben Stelle ein, besorge Dir geschmiedete Federteller, die halten.
Die Feder kann man sich in der Drahtstärke aussuchen je nach Beladung, Koni ist wie Lego, alles ist zusammenstellbar.
Durch eine dusselige Handhabe hatte ich mir die Gehäuse der 1418 ruiniert. Damals gab es bei Koni in Dernbach, der Stadt mit dem Dreieck, noch Herrn Koch (solche Leute sind grandios), der hat mir 2 gebrauchte Ersatzgehäuse gegeben, älterer Typ, "Special D", aber das ist nur die Prägung aussen, mein Innenleben, die Technik, ist Typ 1418, und alles ist kompatibel.
Ich bin mit meinen Konis alt geworden, wenn man die nötigen Teile hat, kann man sie pflegen und sie werden mit mir alt.
Die Aluschwinge reproduziert das Original nicht 1:1, weder in Breite, Anbaugeometrie für die Dämpfer noch in der Höhe. Durch die Aluschwinge (verschiedene Generationen, zumindestens für meine) kommt das Heck nochmals höher, freu.
Aufpassen muss man, wenn man fremd mit fremd mit fremd kombiniert:
andere Federbeine, anderer Auspuff, andere Schwinge. Die Engstelle ist, wie die HR-Achsmutter rechts mit dem Auspuff klarkommt, bei mir reicht es, aber ich habe auch den unverschämt kompakten Sito, der lässt tatsächlich 2mm Luft, siehe Bild.
Grüsse aus der Eifel
maro

Dateianhang:
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08.11.2018 19:44 maro500 ist offline E-Mail an maro500 senden Beiträge von maro500 suchen Nehmen Sie maro500 in Ihre Freundesliste auf
RAQJ1 RAQJ1 ist männlich
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Da ich auch schon einmal ein Rad (HD) eingespeicht habe....

Zitat:
Speichen-Einhängerichtung nach Handwerksart, nicht die verkehrte Einhängung ab Werk


...würde mich das näher interessieren.

Was ist genau gemeint ?

__________________
1978 SR500, 1981 SR500, 1990 Springer Softail, 1995 XJR1200......und nix neueres
08.11.2018 21:11 RAQJ1 ist offline E-Mail an RAQJ1 senden Beiträge von RAQJ1 suchen Nehmen Sie RAQJ1 in Ihre Freundesliste auf
maro500
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Einhängerichtung Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Es gibt Zug- und Druckspeichen.
Nach Lehrbuch kommen am Hinterrad die Zugspeichen Bogen aussen, Kopf innen, auf beiden Seiten.
Wenn man sich Industrielaufäder ansieht, ist häufig die eine Seite Kopf innen, die andere Seite Kopf aussen eingehangen. Das kann damit zusammenhängen, wie im Arbeitsprozess das Einfädeln schneller geht, aber von der Sache her ist es nicht sauber.
Eine Kopf-innen-Speiche und eine Kopf-aussen-Speiche längen sich unterschiedlich elastisch bei Belastung, sprich Torsion des Rades, beschleunigen oder bremsen. Wenn beide Seiten gleich eingehangen sind, bleibt die Felge "in der Spur". Wenn beide Seiten unterschiedlich eingehangen sind, erfährt die Felge einen Querversatz. Bei geringer Spannung höher, bei hoher Spannung weniger, aber das muss nicht sein und ist vermeidbar.
Bei Scheibenbremsrädern mit unterschiedlich grossen Flanschen rechts und links sind diese Effekte noch ausgeprägter, da die tangentialen Kräfte von der Nabe durch die unterschiedlichen Radien des Speichenflansches verschieden sind. Wenn dann die Einhängerichtung nicht stimmt, lenkt das Rad beim Bremsen etwas mit.
Grüsse aus der Eifel
maro
irgendeine vierstellige Anzahl von Rädern hergestellt, das Meiste allerdings im Fahrradbereich
08.11.2018 21:37 maro500 ist offline E-Mail an maro500 senden Beiträge von maro500 suchen Nehmen Sie maro500 in Ihre Freundesliste auf
kickthekicker
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Herkunft: Eckernförde
IG: 24 Eckernförde

Langstrecken & Reise SR Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Moin,
ja, so eine "LANGSTRECKEN-SR" habe ich auch (91er, damals neu gekauft), ziemlich seriennah, wenig Modifikationen mit jetzt 314.000 Kilometern auf der Uhr. Ist halt 'ne SR.

__________________
Bis die Tage – und immer eine Handbreite Asphalt unter den Rädern...

kickthekicker
von der SR 500 ECKE
08.11.2018 22:59 kickthekicker ist offline E-Mail an kickthekicker senden Beiträge von kickthekicker suchen Nehmen Sie kickthekicker in Ihre Freundesliste auf
maro500
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Respekt vor Mensch und Material, das geht nur bei artgerechter Haltung.
09.11.2018 07:43 maro500 ist offline E-Mail an maro500 senden Beiträge von maro500 suchen Nehmen Sie maro500 in Ihre Freundesliste auf
Hesi Hesi ist männlich
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IG: 20 SR-Stammtisch Hamburg

RE: Einhängerichtung Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von maro500
Es gibt Zug- und Druckspeichen.

...

irgendeine vierstellige Anzahl von Rädern hergestellt, das Meiste allerdings im Fahrradbereich


Grundsätzlich gebe ich dir ja recht, aber:

- die Speichen nehmen nie Druckbelastung auf, es gibt nur Zugspeichen (wenn sie denn belastet sind)

- ich würde immer versuchen, die Speichen mit der höchsten Belastung mit dem Bogen nach außen zu legen, weil sie sich bei Belastung gegen den Flansch legen (im Gegensatz zu den Speichen mit dem Bogen innen) und sich somit weniger Bewegung im Konstrukt Felge-Speiche-Nabe ergibt. Meiner Meinung nach haben wir die größte Belastung beim Bremsen. Aus 100 Km/h stehen wir im optimalen Fall vielleicht nach 50 m, ich hab es aber bis heute nicht geschafft mit einer SR nach 50 m 100 Km/h auf der Uhr zu haben .

- das Hinterrad würde ich aber trotzdem so Einspeichen wie du, aber nur weil es durch Beschleunigung wesentlich öfter belastet wird

- das Vorderrad würde ich aber genau andersherum Einspeichen, weil dort nur gebremst wird. Du hast ja eine "Nabenbremse", da belastest du in dem Fall beim bremsen die inneren Speichen. Hättest du eine "Felgenbremse", wäre es "richtig"

- man könnte jetzt auch sagen, ist doch eigentlich sch...egal - ja, ist es. Ich hab Räder aus ner 78er und die funktionieren bis heute einwandfrei .

Cheers

Hesi

__________________
Die Einführung des 2. Zylinders war nur eine technische Spielerei...

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Hesi: 09.11.2018 08:46.

09.11.2018 08:38 Hesi ist offline E-Mail an Hesi senden Homepage von Hesi Beiträge von Hesi suchen Nehmen Sie Hesi in Ihre Freundesliste auf
maro500
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Einhängerichtung Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo Hesi,
wenn Zugspeichen einen Namen haben, müssen auch Nicht-Zugspeichen einen Namen haben, und die heissen Druckspeichen, sorry, ich habe es nicht erfunden.
Du hast genau hingeschaut und gesehen, dass ich vorne nach Lehrbuch verkehrt herum eingehangen habe. Theroretisch falsch, da hast Du Recht, praktisch irrelevant, ich kann es erklären:
Speichen werden getestet nicht auf absoluten Zug (die könnten so viel, das braucht kein Mensch) sondern auf Ermüdung durch dynamische Lastwechsel.
Eine konstant sehr hoch belastete Speiche hält "ewig", vor allem schlapp gespannte Speichen in angetriebenen Rädern gehen schnell kaputt.
Am Hinterrad ist genau genommen jede Zündung ein Lastwechsel, das geht in fürchterlich hohe Zahlen, auch deshalb hat die SR Ruckdämpfer. Am Vorderrad ist jeder Bremsvorgang insgesamt ein Lastwechsel, das sind ganz andere Zahlen. Die absoluten Verzögerungswerte sind deutlich höher als die Beschleunigungswerte, wie Du geschrieben hast. Trotzdem ist die Hinterradaufspeichung viel belasteter!
Ich mache das seit über 20 Jahren einschliesslich Reparaturen, und da sehe ich, was wo kaputtgegangen ist. Vorderräder gehen bei Unfällen kaputt, Hinterräder im normalen Fahrbetrieb durch dynamische Lastwechsel beim Antrieb, Fahrrad 2x je Kurbelumdrehung, SR jede Zündung. Auch in Fahrrad-Vorderrädern mit Scheibe habe ich keinen Anfall an Reparaturen, wenn die Felge plus Bespeichung grundsätzlich stimmt (auch da verkauft die Industrie aber zuweilen Konzepte, die nicht dauerhaft funktionieren KÖNNEN, egal bei welcher Einhängerichtung).
Auf der Basis der Lastwechsel und des tatsächlichen statistischen Bildes, was hält und was nicht, traue ich mich deshalb, in bestimmten Fällen "verkehrt herum" einzuhängen, aber dann beide Seiten gleich!
Die Negativauswirkung von abweichender Einhängerichtung rechts zu links ist um so grösser, je schlapper die Speichenspannung ist. Wenn Deine Räder also stramm genug zentriert sind, wirst Du nicht viel merken.
Generell wird gerne vor hoher Spannung gewarnt, ich halte das für irreführend. Tiefe Speichenspanung ist viel gefährlicher. Speichen brechen, wenn einzelne Spannungen hoch und gleichzeitig ungleichmässig sind, dann toben sich die Lastwechsel an den einzelnen harten Speichen aus.
Seit ewigen Zeiten (ich hatte einen guten "Lehrmeister") speiche ich hart und gleichmässig auf, das verringert den Dynamikanteil beträchtlich. Das Rad fährt besser und hält länger, weil ALLE Zugspeichen zusammen arbeiten und die Felge keine Chance hat, oval zu werden. Es ist aus Erfarung zuerst nicht direkt einsehbar, wie sehr ein fertiges Rad beim Fahren und Beschleunigen noch "arbeitet", mit speziellen Aufbauten kann man es aber sichtbar machen. Durch harte und gleichmässige Spannung arbeitet es immer weniger, der konstante Lastanteil wird höher, der variable Lastanteil sinkt.
Ganz übel sind die Chopper-Aufspeichungen am Hinterrad mit einfacher Kreuzung, da haben die Designer das Wort oder der Ingenieur hatte bei der Durchnahme der Vektorrechnung Mumps oder Masern.
Grüsse aus der Eifel
maro

Dieser Beitrag wurde 5 mal editiert, zum letzten Mal von maro500: 09.11.2018 10:22.

09.11.2018 09:42 maro500 ist offline E-Mail an maro500 senden Beiträge von maro500 suchen Nehmen Sie maro500 in Ihre Freundesliste auf
sven
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Klasse Mopped und Beschreibung!
Ist zwar nur in fast allen Details nicht mein Fall, aber mir gefällt der "technische" Anspruch!

Viele Grüße und viel Spaß damit!
Sven
09.11.2018 11:34 sven ist offline E-Mail an sven senden Beiträge von sven suchen Nehmen Sie sven in Ihre Freundesliste auf
maro500
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kpl. mit Beladung Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zur SR habe ich Holzkoffer gezimmert, schön schmal. Wenn wir durch Städte fahren, uns wo durchwuseln, nehme ich mit dem Lenker Mass, wie eine Katze mit dem Schnurrbart. Wenn der durchpasst, passt der Rest auch. Es gibt beladene BMWs, die sind so breit wie ein Fiat Panda.
Im Lastenheft stand: eine Langspielplatte muss reinpassen nach dem Einkauf in der Stadt (ja, so alt sind die schon), eine bestimmte Grösse Poly-Dosen, 2 Milch- oder Saftpackungen (Tetrabricks) exakt in der Tiefe, damit die nicht durchrappeln, dann passen auch 12 Pfund Kaffee rein, wir wohnen hier im Grenzgebiet und es gab Zeiten, da kostete das Pfund Mövenpick hier 9 DM und in Lux 3,50DM = 70BF.
Die Koffer sind abgeschrabbelt, nach Sturz einmal ein Sperrholzbrett erneuert, geht halt, verleimt und verschraubt. Hinten noch eine Reisetasche quer, wird auch nicht breiter.
Grüsse aus der Eifel
maro
Ach ja, hinter der Sitzbank, vor dem Hepco-Becker, ist unser "Geheimfach". Da passt eine 3-Liter-Bombe Listel, Vin des Sables, rappelfrei rein, rechts unter dem Shark-Helm. Das hilft bei Weiterfahrt am Wochenende, der reicht für 2 Tage = Abende, wenn am Sonntag die Supermärkte zu sind, Glasflaschen aufm Moppi sind doof.

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09.11.2018 12:35 maro500 ist offline E-Mail an maro500 senden Beiträge von maro500 suchen Nehmen Sie maro500 in Ihre Freundesliste auf
Exilsaarländer Exilsaarländer ist männlich
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RE: kpl. mit Beladung Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Schön gemacht!
Die Umbauten sind zweckorientiert, somit ist es immer noch eine echte SR . .

Weiterhin viel Spaß damit und allzeit gute Fahrt!
Boris

__________________
Never touch a running system (meine SR  fröhlich  )!
10.11.2018 11:29 Exilsaarländer ist offline Beiträge von Exilsaarländer suchen Nehmen Sie Exilsaarländer in Ihre Freundesliste auf
RAQJ1 RAQJ1 ist männlich
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RE: Einhängerichtung Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von maro500
Es gibt Zug- und Druckspeichen.
Nach Lehrbuch kommen am Hinterrad die Zugspeichen Bogen aussen, Kopf innen, auf beiden Seiten.
Wenn man sich Industrielaufäder ansieht, ist häufig die eine Seite Kopf innen, die andere Seite Kopf aussen eingehangen. Das kann damit zusammenhängen, wie im Arbeitsprozess das Einfädeln schneller geht, aber von der Sache her ist es nicht sauber.
Eine Kopf-innen-Speiche und eine Kopf-aussen-Speiche längen sich unterschiedlich elastisch bei Belastung, sprich Torsion des Rades, beschleunigen oder bremsen. Wenn beide Seiten gleich eingehangen sind, bleibt die Felge "in der Spur". Wenn beide Seiten unterschiedlich eingehangen sind, erfährt die Felge einen Querversatz. Bei geringer Spannung höher, bei hoher Spannung weniger, aber das muss nicht sein und ist vermeidbar.
Bei Scheibenbremsrädern mit unterschiedlich grossen Flanschen rechts und links sind diese Effekte noch ausgeprägter, da die tangentialen Kräfte von der Nabe durch die unterschiedlichen Radien des Speichenflansches verschieden sind. Wenn dann die Einhängerichtung nicht stimmt, lenkt das Rad beim Bremsen etwas mit.
Grüsse aus der Eifel
maro
irgendeine vierstellige Anzahl von Rädern hergestellt, das Meiste allerdings im Fahrradbereich


Ich habe bisher nur ein Rad eingespeicht (Harley)und mir die von der SR nochmals angeschaut.
Beim Harley Rad sind alle Speichen gleich, Kopf innen im Sinne Richtung Achse.
Die Nabe bzw. die Löcher für die Speichen sind horizontal und nicht vertikal gebohrt.

Edit: ne Andersrum, also von oben nach unten gebohrt, nicht von links nach rechts


Zitat:
Nach Lehrbuch kommen am Hinterrad die Zugspeichen Bogen aussen, Kopf innen, auf beiden Seiten.


So ist das bei meiner SR

Zitat:
Wenn man sich Industrielaufäder ansieht, ist häufig die eine Seite Kopf innen, die andere Seite Kopf aussen eingehangen.


Das finde ich bei keinem meiner Speichenräder.

Danke für die Infos.

__________________
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10.11.2018 12:44 RAQJ1 ist offline E-Mail an RAQJ1 senden Beiträge von RAQJ1 suchen Nehmen Sie RAQJ1 in Ihre Freundesliste auf
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Themenstarter Thema begonnen von maro500
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Hallo RAQJ1,
ich vermute einmal, die Harley hat "gerade" Speichen, nicht mit Bogen, oder nur mit Bögen kleineren Winkels. Ein Bild würde helfen.
Was für die Drehmomentübertragung wichtig ist, in welchem Winkel die Speichen vom Flansch abgehen.
Je flacher, desto besser für die Drehmomentübertragung. Es gibt den Begriff des Kreuzungsgrades:
Wieviele Druckspeichen kreuzt eine Zugspeiche einer Seite auf dem Weg zur Felge?
Normal ist beim Motorrad mit relativ grossen Flanschen / Naben und relativ kleinen Rädern (im Vergleich zum Fahrrad) die zweifache Kreuzung, viele Chopper haben aber nur einfache Kreuzung.
Einfache Kreuzung heisst vektoriell weniger Hebel zur Übertragung von Antriebskräften, mehr Speichenbelastung.
-----------------------
Die Einhängerichtung in der Industrie scheint mir willkürlich. Einspeichen ist mein Beruf und wenn ich Räder sehe, schaue ich genau hin. Da kommt wirklich ALLES vor, von genau richtig bis komplett falsch, das glaubt keiner, es ist wie Lotterie. Freue Dich, wenn es bei Dir passt. Ein und der selbe Hersteller hängt mal so, mal so ein. Man denkt, das sind Profis und die wissen, was sie machen und verkaufen das Optimum, aber genau das passiert nicht.
Die Story geht weiter, wenn man den Sitz von Speichen mit Bogen in den Nabenlöchern "erfühlt". Fast immer sind die Speichenbögen zu weit / lang und die ungespannten Speichen haben Spiel im Sitz. Ich habe Unterlegscheiben mit den passenden Durchmessern hier, 0,4 - 0,6 - 0,8 mm, um die zu weiten Bögen aufzufüttern, damit ein definierter Sitz der Speiche im Flansch entsteht, die Speiche dort nicht mehr "arbeiten" kann und die dynamischen Verformungen minimiert werden.
Ich kann verstehen, dass die Industrie immer mehr Gussräder verkauft, denn ein gut aufgebautes Speichenrad ist in der Produktion ein echter Zeitfaktor, und Maschinen mit Aufspeichsoftware sind zwar schneller als der Mensch, aber ich kenne keine Aufspeichprogramme, die das tun was ein geeigneter menschlicher Zentrierer kann. Ein Rad dauert ca. einen halben Tag bei mir.
Letztlich funktionieren die Speichenräder in Motorrädern auch deshalb, weil sie grausamst überrüstet sind, im Rennradbereich würde keiner mit diesem Mass an Overkill an den Start gehen, das kostet zu viel Leistung.
Ich träume von Motorrad-Speichenrädern mit 24 Speichen vorne, 28 Speichen hinten und Alu-Hohlkammerfelgen, aber ich werde das wohl nicht mehr erleben, Kommerz sei Dank.
Grüsse aus der Eifel
maro
10.11.2018 22:11 maro500 ist offline E-Mail an maro500 senden Beiträge von maro500 suchen Nehmen Sie maro500 in Ihre Freundesliste auf
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