Schwingenachse fest

  • Servus Leute,
    normalerweise hake ich so Themen wie diese mit einem gelangweiltem Lächeln ab.


    Heute bin ich von einem 79er Scheunenbodenabruher herausgefordert worden.
    Guter Rahmen mit Schwinge.....hatte mich schon gewundert, warum die Schwinge beim Kauf noch drin war.....
    Gewinde leicht gestaucht.......Alarm!
    Nun sollte der Rahmen einem Projekt zugeführt werden....Schwinge sollte raus.......Gegenwehr! Achse will mit Gummihammer nicht! Stahlhammer hilft auch nicht ( Achse war da schon abgeschrieben )...... Hydraulische Presse ?
    Kein Thema habe ich ! OK, gute Unterlage....klar... Oh....Angst, was los?
    Gibbet doch nicht. Was ist den das für eine Scheiße!


    Für alle, die irgendwann eine vergleichbare Erfahrung machen.....hier meine Lösung: kleiner Presslufthammer mit passenden Einsätzen.....vergeßt alles andere....Rahmen mit Holz unterlegen und dann 15 min arbeiten.., keine Zerstörung und Verformung des Rahmens. Die Achse hatte keine gravierenden Korrosionsspuren. Vollkommen unklar. Aber ! Vier Stunden meines Lebens habe ich dem Ausbau einer SR500 Schwingachse gewidmet.....


    vielleicht hilft es einem von Euch irgendwann einmal Zeit zu sparen.....Bilder habe ich leider nicht gemacht.....ich war im Brass!


    Gruß Kuntzinger

  • Ja so eine Schwingenachse ist ein zäher Gegner, man könnte meinen sie wäre festgeschweißt :sh:


    Um dann nach dem Ausbau festzustellen dass sie gar nicht so schlimm festgerostet war :402:


    Jack ...

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.


    Albert Einstein.

  • Tach ersma,
    kenn ich. Bei mir waren es knapp 3 Stunden und ich hatte die Säge schon bereit liegen.
    Links mit `nem Zughammer und rechts mit ´nem Fäustel gearbeitet.Millimeter für Millimeter vorgearbeitet.Am Anfang hat sich nur das Moped bewegt. Aber dann ging es.......
    Auch bei mir kaum Korrosion, sondern Molikote als Schmiermittel: NICHT NACHMACHEN
    Das Zeug ist zäh wie kalte Nutella.......


    GrußaussenPott

    SR Owners Düsseldorf


    I´m travellin´ down the road and I´m flirtin´ with Disaster

  • Spannend zu lesen, was Ihr das so alles erlebt.....


    Im Rahmen meines Reanimations-Projektes nach fast 30 Jahren Standzeit für meine 48T aus '84 musste ich nur die Mutter lösen und habe dann die Achse von der anderen Seite mit 2 (in Worten: zwei!) Fingern rausgezogen.


    Und das war's....


    Ich betrachte das mal als gutes Omen für die noch ausstehenden Maßnahmen...


    Tilo

  • Quote

    Original von Jack
    Um dann nach dem Ausbau festzustellen dass sie gar nicht so schlimm festgerostet war :402:



    Bei solchem Sachverhalt frag ich mich immer, ob solche Achsen vielleicht aufgrund von Rahmenungenauigkeiten eher verkantet sind als festgegammelt.
    Könnte das sein?


    Nobby

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------


    Better Motörhead than dead!

  • Es braucht wohl Jahre der Ruhe und Gelassenheit, die der Rahmen liegen muss.
    Denn meine Achse ging nach gut 35 Jahren, ich weiß nicht ob die jemals heraußen war, ohne Schwiriegkeiten raus und rein, anläßlich eines Kettensatzwechsels mit Endloskette.
    Hätte ich das vorher gelesen, hätte ich sicher die Kette trennen lassen und mit Schloß eingebaut.

  • Quote

    Original von Nobby


    Bei solchem Sachverhalt frag ich mich immer, ob solche Achsen vielleicht aufgrund von Rahmenungenauigkeiten eher verkantet sind als festgegammelt.
    Könnte das sein?


    glaube ich nicht. Wird eher Passungsrost sein und das eine Ende muss ja ganz durch die Hülse durch.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Passungsrost

  • Die meisten Schwingenachsen werden nach ca 35-40 Jahren eben nicht von selbst aus ihrer Führung rutschen, das hat mit ziemlicher Sicherheit was mit dem Vorleben der SR/XT zu tun.


    Mopeds die nur bei Sonne gefahren wurden, ansonsten trocken geparkt waren und keine Orgien mit Dampfstrahler/Hochdruckreiniger erlebt haben, kurz Motorräder die nicht öfters nass jahrelang gammeln konnten, werden hier wenig Probleme haben.


    Allen anderen ( die meisten) haben halt mit Rost zu kämpfen und hier reicht ein paar Hundertstel Milimeter und es bewegt sich gar nichts mehr.


    Vermeiden kann man das durch gute Schmierung aber nicht durch irgendwelche Schmiernippel, weil die nicht an die Stelle kommen wo die Schmierung gebraucht wird, sondern die Verschraubung lösen und dann mit einer möglichst gleichen Achse die eingebaute auf einer Seite rausschieben und dann schmieren.


    Durch die nachgeschobene Achse bleiben alle Dichtungen/ Distanzringe an Ort & Stelle, wenn man mit Verstand arbeitet. Alles wieder richtig anziehen und hier mit Drehmomentschlüssel, fertig :O


    Jack...

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.


    Albert Einstein.

  • Tach auch,


    eine gute Methode ist hier auch folgende:
    Mutter seeehr gut schmieren und dann ein Distanzrohrstück unterlegen, so dass die Mutter gerade noch 1xD Überdeckung hat.
    Dann Schlagschraubereinsatz! :D


    Mit eventuell zusätzlichen Prellschlägen des zweiten Manns, kommt die Chose dann zuverlässig. In Schritten kann man dann längere Distanzen einbauen und nachschmieren. Das Gewinde ist nach dieser Prozedur wahrscheinlich nicht mehr "ganz frisch".
    Man braucht halt verschiedene Rohrstücke und Unterlagscheiben und wichtig ist das Schmieren, am besten Fett oder Öl mit Hochdruckzusätzen.


    Herzliche Grüße
    Mambu

  • Ich mache das ziemlich analog zu Mambu's Prozedur, allerdings flute ich vorher alle korrosionsrelevanten stellen mit einem Gemisch ATF/Bremsenreiniger.
    Gegebenfalls gibt es während des Unterspannungssetzens der Achse noch ein paar trockene Schläge mit einem schweren Kupferhammer bzw Kupferzwischenlage.
    Bisher habe ich solcherart eigentlich alle bzw fast alle korrodierten Verbindungen aufgekommen.


    Rlg


    Christian

    And I believed in Joe when he said we had to fight
    And I believed in Jimmy when he told us to unite

  • Hallo,
    zweimal hatte ich so ein Problem.
    Beim ersten Mal nach wirklich alle erdenklichen Hilfsmittel, z.B. Hydraulisches Auspresswerkzeug. Hammer, Fäustel, Vorschlag sowieso, aufgegeben und zum freundlichen gegangen. Der hat dann die Schwinge zerschnitten und eine neue gebrauchte eingesetzt.
    Beim zweiten Mal (Jahre später, andere Maschine) das gleiche Vorgehen. Außerdem noch Mutter auf die Achse und die dann als Auspresswerkzeug benutzt. Wieder entnervt aufgegeben und Schwinge selber zerschnitten. Neue gebrauchte Schwinge eingesetzt.
    Aber beide Male waren die Schwingenachsen furztrocken und die Nadeln der Nadellager haben sich in die Achse eingearbeitet und sie mit Grate irgendwie aufgebörtelt. Vielleicht werden ja die Nadeln von der aufgebörtelten Achse so nach außen gepresst., dass es dann und wann keine Möglichkeit gibt, die Achse normal herauszukriegen.
    Was soll man machen :ko: :402:
    Bei der 1985er 48T kein Problem. Mutter ab und Achse mit der Hand rausgezogen.
    War auch gut gefettet.


    Einzylindrige Grüße
    Paul Kehrbaum

  • Der eingangs beschriebene Fall war auch so ein "J4 rahmen von 79`.
    Und ja, das Problem ist einfach mangelde Pflege und Wartung. ich kann estätigen, dass sich die Nadeln in die Achse eingearbeitet hatten. Das kann mit regelmäßigem fetten und gegebenenfalls rechtzeitigem Wechseln der Lager vermieden werden.
    Aber wie so oft wird eine robuste und ohnehin wartungsarme Maschine , angepriesen als günstiges und dankbares Studentenmotorrad, gerade mit diesem Image dann gerade saumäßig behandelt. Selbes Thema beim Motoröl, irgendeine Billigplörre aus dem Baumarkt (womöglich noch Autoöl) ist gerade gutgenug, vom regelmäßigem Wechseln anstatt nur Nachkippen will ich hier gar nicht anfangen. Ich werde nie verstehen, was in den Köpfen von diesen elendfaulen Pfennigfuchsern insbesondere unter SR/XT500 Eignern vorgeht.
    Immer wieder schade zu sehen, was solchen Maschinen an Vergewaltigungen angetan wurde......Maschinen sind keine Menschen! Maschinen brauchen ein Mindestmaß an regelmäßiger Liebesbekundung ;-).......und ich krieg mich schon wieder ein...


    Gruß und Blues
    Kuntzinger

  • Quote

    Original von Kuntzinger
    Maschinen brauchen ein Mindestmaß an regelmäßiger Liebesbekundung ;)


    Das hast Du sehr treffend formuliert!


    Gruß
    Nobby

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    Better Motörhead than dead!

  • Hallo,


    kann man nicht erst versuchen, die Achse zu drehen, damit sich da was löst? Vielleicht mit 2 Kontermuttern?
    Wenn die Achse eh ersetzt werden soll: auf 1/2 Zoll eckig feilen, 17er Nuss ansetzen und mit Imbus (die Größe für die Gabelstopfen) drehen.....Hab es noch nicht gemacht, könnte aber eine Möglichkeit sein um mit Bordmitteln klar zu kommen.


    Ulli

  • . Wieder entnervt aufgegeben und Schwinge selber zerschnitten[quote]Original von PaulKehrbaum



    Bin tatsächlich mal trotz drehender Achse mit Flex und dünner Trennscheibe
    zwischen Schwinge und Rahmen durchs Lager gegangen, hat auch geklappt,
    neue Achse war eh nötig...


    SR--- für mehr Spass zwischen den Beinen

  • Quote

    Original von B61Bass
    Hab es noch nicht gemacht, könnte aber eine Möglichkeit sein um mit Bordmitteln klar zu kommen.


    die Achse wächst in der Lagerhülse fest, in der Regel lassen sich von außen beide zusammen drehen. Aber eben nicht gegeneinander um irgendetwas zu lösen.

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