Blockiertes Hinterrad - Fahrer abgeworfen, SR auf dem Boden

  • Hallo in die Runde,


    nach ein paar Wochen Standzeit sollte es heute mal wieder auf Tour mit meiner 1980er SR gehen. Maschine mit vielen Tritten angetreten, getankt, Luft, usw.


    Auf dem kurzen Weg zu meiner Begleitung dann das: Ampel innerorts schon länger grün, also nicht zu schnell, nicht zu langsam (~40km/h). Auskuppeln vor links abbiegen. Plötzlich blockiert das Hinterrad, Maschine war dabei schon leicht schräg, ich wurde abgeworfen und SR liegt auf dem Boden. An ihr ein paar Schrammen und mein Fuß schmerzt, sonst okay. :/ Habe sie dann auf den Gehweg geschoben, das Hinterrad war nicht mehr blockiert. Kupplung arbeitet wie immer.


    Bei meiner Begleitung angekommen fällt dann auf, daß die Mutter fehlt, die die hintere Tommelbremse mittels dieser Stange am Rahmen festhält (also Nummer 34 auf dieser Seite http://www.sr500.nevos.de/imag…hnungen/big/hinterrad.gif). Der Bolzen war noch da, aber locker. An den Speichen keine Spuren.


    Was meint Ihr, kann das blockierte Hinterrad dadurch ausgelöst worden sein? Kann sich die Trommelbremse irgendwie verkanten?




    Viele Grüße,

    Matze½

  • Grüss Dich Matze,


    im Ggegensatz zu der von Dir verlinkten Zeichnung befindet sich bei der 2J4 die Abstützung der Bremsankerplatte oberhalb der Schwinge und wird auf Druck belastet. Die Verbindungsstange zwischen Fussbremshebel und Bremsschlüssel ist unterhalb der Schwinge und wird auf Zug belastet.


    Wenn die Bremsabstützung fehlt, muss die Bremse blockieren, weil die Bremsstange die Bremsankerplatte am Verdrehen hindern muss und deswegen die Bremse nicht mehr löst.

    Mit Motorrädern ist es wie mit Grog:

    Ein Zylinder muss, zwei Zylinder können, mehr Zylinder müssen nicht sein!

  • Aus gutem Grund ist diese Mutter mit einem Splint gesichert.

  • Wie Hans schon schrieb.....Glück gehabt! Mich hätts wahrscheinlich in so einem Fall " geschreddert" ! Hauptsache ist aber, dass es dir gut geht !

  • Das erinnert mich an den Kohai, dem auf der Rennstrecke, ich glaub am Ende der Start/Zielgeraden der Kolben zerfallen ist, woraufhin der Motor stehen blieb, die Abtriebswelle abscherte, und der Reifen eine Bremsplatte bis fast runter zum Schlauch davon trug.

    Der Link ist noch da, die Fotos allerdings nur noch teilweise. Der flache Reifen ist weiter unten auf S.1 zu sehen :O .


    Gruß

    Hans

  • Ich muss bei solchen Angelegenheite an meine Lehrzeit denken....

    Die Fahrzeuge wurden alle 7500Km zum Kundendienst gebracht.

    Kleiner und Großer Kundendienst im Wechsel.

    Hauptgrund war der Unterbrecher.

    Allgemeine Durchsicht auf der Bühne. Reifen Bremsen nachstellen u.s.w.

    Hatte schon seinen Grund.

    Gruß Eicher

    Heinz Erhard :du: :

    Mit den Menschen ist es wie mit den Autos - Laster sind schwer zu bremsen.

  • Matze½

    Auf jeden Fall dringend auch die Trommel öffnen. Bei einer seit ca. 20 Jahren still gestandenen SR 48T Bauj. 85 haben sich die Beläge von den Backen gelöst und klebten innen an der Trommel fest. Ich weiß, unglaublich! Beim Bergab rollen lassen konnte ich sogar normal mit der Fußbremse das Gerät zum Stillstand bringen und auf die Bühne schieben. Man sah auch die Schleifspuren an den entblößten Backen, die die Bremsbeläge hinterlassen haben. Gott sei Dank musste der Hinterreifen erneuert werden. Sonst wäre ich vielleicht damit probe gefahren. Vielleicht hätten sich die Beläge dabei auch übereinander schieben können.

    Was dann hätte passieren können, stelle ich mir vor. Im günstigsten Fall so wie bei Dir.

    Wie geht das?? Es war zwar die Rückholfeder des Fußbremshebel nicht richtig befestigt, war wirkungslos. Vielleicht reicht das ja innerhalb von ca. 20 Jahren Stillstand. Habe gerade nochmal die alten Papiere kontrolliert. die Daten stimmen. Man, wie die Zeit vergeht.

    Gruß Paul

  • im Ggegensatz zu der von Dir verlinkten Zeichnung befindet sich bei der 2J4 die Abstützung der Bremsankerplatte oberhalb der Schwinge und wird auf Druck belastet. Die Verbindungsstange zwischen Fussbremshebel und Bremsschlüssel ist unterhalb der Schwinge und wird auf Zug belastet.


    Wenn die Bremsabstützung fehlt, muss die Bremse blockieren, weil die Bremsstange die Bremsankerplatte am Verdrehen hindern muss und deswegen die Bremse nicht mehr löst.

    Also lag ich mit meinem Verdacht richtig, danke für die Erklärung. :thumbup:

    Daß das nicht die richtige Zeichnung ist, war mir schon klar, ich habe auf die Schnelle nicht die der 2J4 gefunden.


    Aus gutem Grund ist diese Mutter mit einem Splint gesichert.

    Hast Du (oder habt Ihr anderen) vielleicht ein Bild davon, wie's aussehen soll? Die meisten Schauben und Befestigungen habe ich vor meinem geistigen Auge, diese aber nicht. :/


    Wie Hans schon schrieb.....Glück gehabt! Mich hätts wahrscheinlich in so einem Fall " geschreddert" ! Hauptsache ist aber, dass es dir gut geht !

    Danke danke, alles auf dem Weg der Besserung. Glück, ja, das war es. Gar nicht auszudenken beim Abbiegen 5 Sek. später oder auf der Fahrt mit meiner Begleitung! 8|



    Seid gegrüßt,

    Matze½

  • Ja ich habe ein Bild von dieser Befestigung, aber das ist in meinem Kopf.

    Mal sehen ob ich das rauskopieren kann.


    Der Schraubenbolzen wird auf der einen Seite im Bremsanker gehalten, der Bolzen ist länger als es eigentlich sein müßte, da ja nur eine relativ flache Mutter auf der Außenseite aufgedreht wird. Aber der Bolzen hat ein Loch in dem eben der Splint eingesteckt und ordentlich um den Bolzen verbogen wird.


    Wenn sich jetzt die Mutter lösen sollte, kann sie, wegen dem Splint, nicht abfallen.


    Aber es lohnt sich doch da mal von Zeit zu Zeit einen Blick darauf zu werfen ob die Schraube noch fest ist, vielleicht bei der Kettenpflege fest mit einbauen.


    Das ist meiner Meinung nach auch der einzige Vorteil den die "Putzer" haben, wenn sie ihr Motorrad hauptsächlich zum Putzen und nicht zum Fahren haben. Denn denen fällt das sofort auf, wenn sie das Schräubchen polieren. ;)

  • Ich sag mal, den Splint bräuchte man an dieser Stelle nicht zwingend.

    Ein selbstsicherndes Mütterlein würde den selben Zweck erfyllen.

    An meinem Gespann ist das z.B. an der Bremsmomentstrebe der Vorderradtrommelbremse so gelöst.

    Andersrum: Eine gut angezogene Schraubverbindung löst sich eigentlich nur selten selbständig, sogar bei einem Schüttelbock wie der SR...

  • Die Schraube ist auch keine normale Schraube, sondern eine mit einem zylindrischen Teil, der die Bremsankerplatte mit der Stange zentrieren soll, also sowas wie eine Passschraube. Ich halte übrigens bei so sicherheitsrelevanten Teilen eine Stopmutter nur dann für zuverlässig, wenn man die nach jedem Öffnen austauscht. Da das eh keiner macht, noch nichtmal eine Werkstatt, ist ein Splint als Verliersicherung deutlich besser. ;)

    Gruß

    Hans

  • Ups - Hans, Du hast latyrnich Recht. An der Stelle geht eine "normale" Schraube nicht.


    Sicherheitsrelevante Schraubverbindungen gehören halt auch regelmäßig angeschaut.

    Also eigentlich vor jeder Fahrt. Insbesondere dann, wenn man was an der Karre gemacht hat.


    Ich finde ja Dauersplinte wirklich praktisch als Verliersicherung. Gibt's auch in sehr klein. Die "normalen" Splinte sind ja nicht sonderlich nachhaltig. :lol:

  • Ich halte übrigens bei so sicherheitsrelevanten Teilen eine Stopmutter nur dann für zuverlässig, wenn man die nach jedem Öffnen austauscht.

    Bei dieser Bauweise der Drehmomenstütze hat eine Stoppmutter nichts zu suchen, da sie nicht formschlüssig ist. Der Bolzen ist auf Scherung berechnet. Zug ist zu vermeiden. Die Kronenmutter

    mit Splint hat nur für die korekte Position des Bolzens zu sorgen. Das hat auch mit der Kettenspannmöglichkeit zu tun. Man müsste ja sonnst jedesmal beim Kettennachspannen

    an der Drehmomentstütze rum schrauben.

    Gruß Eicher

    Heinz Erhard :du: :

    Mit den Menschen ist es wie mit den Autos - Laster sind schwer zu bremsen.

  • Original ist eine flache Metallstopmutter mit Splint verbaut, die Mutter wird angezogen bis sie fest ist, dann dreht sich auch die Schraube nicht mehr. Und ja: Man muss jedesmal beim Kette nachspannen an der Drehmomentstütze rumschrauben, wenn mans genau nimmt. Die Position der Schraube wird durch den Sechskantkopf im eingegossenen Sechskant der Bremsankerplatte gestgelegt, was in dem Zusammenhang aber wurscht ist, das dient mehr dazu, dass man nicht gegenhalten muss, man kommt nicht gut hin.

    Gruß

    Hans

  • Und ja: Man muss jedesmal beim Kette nachspannen an der Drehmomentstütze rumschrauben, wenn mans genau nimmt.

    Genau deswegen ist an der Stelle eine Stopmutti auch nicht optimös.

    Ein Dauersplint wäre deswegen nicht verkehrt. Wobei, wenn ich mich recht erinnere, machte die flache Mutter ein Lösen der Schraubverbindung ohne Entnahme des Splints möglich...

  • das dient mehr dazu, dass man nicht gegenhalten muss,

    Das ist ein netter Nebeneffekt. Der Bolzen soll hallt kein Eigendrehleben bekommen.

    Siehe Kranbau, Bagger..... überall, wo Bolzen eine wichtige Funktion haben.

    Gruß Eicher

    Heinz Erhard :du: :

    Mit den Menschen ist es wie mit den Autos - Laster sind schwer zu bremsen.

  • Bei meiner 2J4 ist die Stange mit einer Mutter mit Nyloneinlage gesichert. Ich habe mir aber keine Gedanken gemacht, da oldman hier die Mutter als Sicherungsmutter bezeichnet. Er erwähnt hier weder eine Kronenmutter noch einen Sicherungssplint.

  • Dauersplinte haben den Nachteil dass sie gerne genommen werden.


    Nein nicht vom Mechanicker, eher von Passanten. Einen sauber umgebogenen Splint pfrimelt keiner einfach mal so raus.

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  • Frau J.-B.

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    Moinsen, der Thorschti hat sich ne 2J2 zugelegt. Die hat ne Scheibe hinten. Das hat er nur gemacht damit der Fred hier weitergeht. Weil irgendwann gibt es nichts mehr zu polieren. :lol:
  • harrygrote

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    Hallo Peter,
    hat der (Stahl-)Ring im (Alu-)Gehäuse schon Wärme gesehen?
    Grüße
    Harald
  • heggedear

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    Evtl. vorher mit nem Dremel horizontale Schlitze reinknabbern an denen das Werkzeug Halt findet.
  • Frank M

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    mach da nicht so'n Gewese drum. :411:

    Genaugenommen könntest du auch an einer statisch günstigen Stelle neben dem Lagersitz ein kleines Sackloch! in das Gehäuse bohren, um einen Starter zum "Rausmeißeln" zu haben.
  • SR500ThB

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    Hiha ...das mit der angeschliffenen Klinge klappt bei mir leider nicht. Da bewegt sich nix und hat zum Glück an den Ansatzstellen bisher nur kleine Macken verursacht.

    KompressorMike ...Innenmass beträgt 12,8mm und in der Höhe hat es nur 2mm. Denke die…
  • Frank M

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    schick ihm das Ding...


    Oder mit 'nem scharfkantigen Durchschlag oder Schraubendreher den Blechkragen des Dichtrings nach innen reintreiben, bis die Spannung raus ist.
  • KompressorMike

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    - ne Feingewindeschraube reindrehen und gleichzeitig rausziehen, vorher stumpf schleifen und in etwa auf das Maß des Käfig drehen

    - mit einem Wohlhaupter ausdrehen

    - .....
  • Hiha

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    Ein kleinerer Schraubendreher, scharf angeschliffen mit abgerundeten Ecken, also quasi ein Spaten,damit kommt man ganz gut unters Blech und zerkratzt nicht versehentlich die Seitenwand. Hatte ich auch schon mal bei einer XT600-Pumpe...
    Gruß
    Hans
  • Hiha

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    Ich hätte aber auch gern 90/90 vorn und 110/90 hinten, wahlweise, weil mir 100/90 und 120/90 zu fett ist....
    Und: Der Metzeler Laserdreck ist alles ausser vernünftig :flash
    Gruß
    Hans

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