Steuerzeitenproblem

  • Hallo liebe Forumsgemeinde,


    hier ein Neuling aus Nordbaden. Gerne stelle ich mich noch ausführlich vor. Ich möchte aber zunächst erstmal im Besitz einer funktionierenden SR 500 sein...

    Daher ersteinmal in aller Kürze: der Zufall hat mir eine SR 500 2J4 zugespielt, die den bekannten Zylinderriss hatte (ein Stück Zylinder war herausgebrochen). Beim Vorbesitzer hatte sich unbemerkt ein Stehbolzen gelöst und dadurch kam es wohl zu Verspannungen die zu dem Schaden führten.
    Da ich nicht ganz unversiert beim Schrauben bin, habe mir das Bucheli-Buch besorgt, losgelegt, einen Ersatzzylinder besorgt und alles wieder in Stand gesetzt.

    Heute war dann alles wieder zusammen und ich wollte die SR ankicken. Nach einigen Fehlversuchen, bei denen ich feststellte, dass sich der Motor ausgesprochen leicht drehen lies, stellte ich fest, dass die Steuerzeiten komplett falsch sind. Es blockiert nichts, aber die Ventile gehen zur falschen Zeit auf, bzw zu.

    Nach Anleitung habe ich bei der Steuerkettenmontage die Kurbelwelle auf OT gedreht, die Nockenwelle inkl. Rad mit der Markierung fluchtend mit dem Zylinderkopfabschluss positioniert und dann die Kette aufgezogen. (Punkt links - Richtung Vergaser, flache Einkerbung rechts - Richtung Auspuff). Der Motor lies sich ein paar Mal problemlos durchdrehen und ich meinte, jetzt sollte alles stimmen.


    Dann heute der Supergau. Ist eigentlich alles fertig zusammengebaut und befüllt und jetzt muss der Motor noch mal raus. Ich bin am Verzweifeln. <X


    Findet jemand von euch den Fehler?


    Beste Grüße,


    Butler

  • Wenn nichts blockiert, können die Steuerzeiten SO falsch nicht sein. Mehr kann ich ohne Fotos von hier aus nicht diagnostizieren.

    Gruß

    Hans

  • Vielen Dank für deine Antwort, wovon bräuchtest du denn Fotos? Ich habe den Deckel der Lima ab, damit ich den Motor auf OT drehen kann. Bräuchte also "nur" eine Möglichkeit die Stellung der Nockenwelle herauszubekommen. Gibts da einen Idikator? Bei OT müssten ja beide Ventile geschlossen sein, und danach das Auslassventil geöffnet werden.

    Könnte es sein, dass die Nockenwelle um 180° verdreht ist, so dass die Kerbe des Kettenrads bei der Montage nach links Richtung Vergaser ziegen sollte?

    Wie geschrieben, bin offen für jegliche Prüfungstipps oder Fotoanfragen (naja fast ;) ) .

    Grüße

  • Wenn in dem einen OT beide Ventile geschlossen sind, die Kipphebel also Ventilspiel haben, müssen eine Kurbelwellenumdrehung später beide Ventile ungefähr gleich weit ca.1,5mm geöffnet sein, das ist der ÜberschneidungsOT. Die Lichtmaschine pendelt sich da etwas aus. Probier mal.

  • Wenn in dem einen OT beide Ventile geschlossen sind, die Kipphebel also Ventilspiel haben, müssen eine Kurbelwellenumdrehung später beide Ventile ungefähr gleich weit ca.1,5mm geöffnet sein, das ist der ÜberschneidungsOT. Die Lichtmaschine pendelt sich da etwas aus. Probier mal.

    Gerade geprüft:
    1 OT: Auslass öffnet und ist ca 30° nach OT Offen,
    1 UT: Auslass schließt, Einlass öffnet
    2 OT: Einlass schließt
    2 UT: Beide zu

    vollkommen falsch meiner Meinung nach. Man sieht das Auslassventil durch das Zündkerzenloch wie es sich öffnet sobald der Kolben abwärts geht.

    Kann man die Steuerzeiten korrigieren ohne den Motor auszubauen?

    Grüße

  • Der Motor muss zumindest im Rahmen gekippt werden, das geht. Ich würde dazu aber die Ölzuleitung und die Kette abmontieren. Offenbar hast Du die Nockenwellenposition im UT eingestellt, oder?

    Gruß

    Hans

  • Der Motor muss zumindest im Rahmen gekippt werden, das geht. Ich würde dazu aber die Ölzuleitung und die Kette abmontieren. Offenbar hast Du die Nockenwellenposition im UT eingestellt, oder?

    Gruß

    Hans

    Offensichtlich. Lima war die Kerbe auf T und vorne auch. Vermutlich habe ich die Nockenwelle um 180° verdreht...
    OK - dann erstmal Danke für den Tipp. Ich versuche das mit dem Kippen. Auspuff etc. muss ja leider trotzdem ab.
    Mal sehen, wann ich dazu komme...
    Vielen Dank dir auf jeden Fall schonmal.
    Viele Grüße und einen schönen Sonntagabend!

  • Eine 180°Verdrehung der Nockenwelle wäre unproblematisch, die der Kurbelwelle aber schon. Sie entspräche einer 90°Verdrehung der Nockenwelle. Überprüf mal, ob die tatsächliche OT-Stellung des Kolbens mit der Markierung auf der LiMa überein stimmt.

    Gruß

    Hans

  • Nach Anleitung habe ich bei der Steuerkettenmontage die Kurbelwelle auf OT gedreht, die Nockenwelle inkl. Rad mit der Markierung fluchtend mit dem Zylinderkopfabschluss positioniert und dann die Kette aufgezogen. (Punkt links - Richtung Vergaser, flache Einkerbung rechts - Richtung Auspuff).

    Ich habe ein Verständnisproblem ...was heist "flache Einkerbung". Das sacht mir nix


    Vermutlich habe ich die Nockenwelle um 180° verdreht...

    ...oben schreibst du "Punkt links". Ich gehe davon aus das damit die Punkt Markierung auf dem Steuerkettenrad gemeint ist. Wenn das so ist, dann wüsste ich nicht wie man die Nockenwelle um 180° verdreht einbauen kann. Nockenwellenrad und Nockenwelle bilden zusammen mit dem Stift eine Einheit.


    Im Kurbelwellen OT:

    Steuerkettenrad "Punkt links" = Stift oben (ca. 12Uhr) = ok

    So wie auf dem Foto.



    ...180° verdreht (jedenfalls auf den ersten Blick) würde bedeuten Punkt rechts und der Stift sitzt unten.



    Da liegt irgendwas im Argen, entweder bei den Teilen oder bei der Montage. Ohne ein aussagekräftiges Foto von den verbauten Teilen lässt sich hier leider nur weiter rätseln!


    Und ich täte den Motor ausbauen und die ganze Geschichte auf der Werkbank nochmal von vorne angehen.

  • Moin,


    die Nockenwelle mit „Stift unten“ und „Punkt rechts“, also im „Takt4 OT“ und wie vom Butler befürchtet 180° verdreht einzubauen würde schon ein extremes Maß an Dickfelligkeit beim Zusammenbau bedeuten, dann müsste man ja beim anziehen des Zylinderkopfdeckels die Nockenwelle in die Ventile drücken. Zumal man vorher ja auch nicht „entspannt“ die Kette auflegen kann, da die Nockenwelle nicht richtig in den Sitz eingelegt werden kann. Technisch ist es konzeptbedingt allerdings völlig egal...

    Ich finde Hans Frage nach der Richtigkeit der OT-Markierung am erfolgversprechendsten. Nicht dass dem Butler beim Zusammenabu die Passfeder weggerutscht ist und das Polrad eine „beliebige Position“ eingenommen hat. Gleiches gilt natürlich irgendwie auch für den Stift oben am Nockenwellenrad…

    Beides Sachen, die mit gelöstem und nach rechts gekippten Motor zu kontrollieren sind…


    viele Grüße,

    O.

  • Selbst WENN der Stift unten und der Punkt rechts ist, ist nichts verkehrt zusammengebaut. Es muss schon der Punkt oben oder unten, und der Stift links oder rechts sein, damit das anschließend nicht funktioniert. Der kompette Arbeitszyklus des Viertakters besteht aus 720° an der Kurbelwelle, also zwei Umdrehungen, während derer die Nockenwelle eine Umdrehung macht.


    Es könnte -also rein hypotheitisch, denn das hab ich bisher noch nie gehört- den Vierkantkeil an der Kurbelwelle, der das Primärzahnrad und das Steuerkettenritzel positioniert vergessen haben einzubauen, und dazu die Mutter nur halbfest angezogen haben.

    Gruß

    Hans

  • Das eventuell da was um 180° verdreht ist kommt ja von "Butler"


    ...180° verdreht (jedenfalls auf den ersten Blick) würde bedeuten Punkt rechts und der Stift sitzt unten.

    Ist vielleicht ein wenig unglücklich formuliert und sollte im Grunde zum Denken und sich damit beschäftigen anregen.


    Selbst WENN der Stift unten und der Punkt rechts ist, ist nichts verkehrt zusammengebaut. Es muss schon der Punkt oben oder unten, und der Stift links oder rechts sein, damit das anschließend nicht funktioniert. Der kompette Arbeitszyklus des Viertakters besteht aus 720° an der Kurbelwelle, also zwei Umdrehungen, während derer die Nockenwelle eine Umdrehung macht.

    Stimmt alles ...das du das Thema aus dem FF beherrscht weiss ich :bus: Besser hätte ich es auch nicht schreiben können.

  • Und ich täte den Motor ausbauen und die ganze Geschichte auf der Werkbank nochmal von vorne angehen.

    Dazu würde ich Dir übrigens auch raten. Der Unterschied im Bastelaufwand zum im Rahmen gekippten Motor ist sehr gering, man schraubt am Tisch aber wesentlich bequemer, zumal Du ja noch nicht genau weißt was Du falsch gemacht hast, und Dich entsprechend konzentrieren musst. Auch ist das Anziehen der Muttern mit dem Drehmomentschlüssel auf der Werkbank einfacher.

    Übrigens würde ICH vorsichtshalber die Ventile ausbauen und auf z.B. einem Prisma auf Rundlauf kontrollieren. Ist ein Teller nur um ein zwei Zehntel verbogen, ist die Kompression weg. Was aber das kleinere Problem wäre...

    Kannst nach der Kopfdeckelöffnung ja mal ein paar Fotos schicken, damit wir was zum Ablästern haben :duell:

    Gruß

    Hans

  • Hallo liebe Gemeinde!


    Es freut mich so viele Reaktionen zu sehen. Das zeigt mir das noch "was geht".

    Mittlerweile bin ich auch der Meinung den Motor wieder komplett auszubauen. Das Öl ist momentan nur so extrem zähflüssig und mir graut es vor der Sauerrei, weil überall noch was nachtropft.

    Klar werde ich dann das Problem dokumentieren und hier einstelllen :ber:

    Kannst nach der Kopfdeckelöffnung ja mal ein paar Fotos schicken, damit wir was zum Ablästern haben :duell:

    Auf jeden Fall :D. Jeder muss ja seinen Einstieg haben.


    oldman

    Ich habe ein Verständnisproblem ...was heist "flache Einkerbung". Das sacht mir nix



    ...180° verdreht (jedenfalls auf den ersten Blick) würde bedeuten Punkt rechts und der Stift sitzt unten.

    Gegenüber von dem Punkt ist bei mir eine Flache Einkerbung. Keine Ahnung woher die kommt - dachte die sei ab Werk :rolleyes:


    Also denn, ich melde mich mit Fotos sobald ich dazu komme. Habe jetzt einen Motivationsschub bekommen. Danke allen dafür :yl: .


    Grüße

  • Besorg Dir ein Backblech oder Ähnliches als Abtropfwanne, das grenzt die Sauerei ein. Im Motor selbst düfte ja noch nicht so viel drin sein, ausserdem ist ja noch nicht gesagt, dass Du den rechten Motordeckel entfernen musst. Das Einzige was wirklich tropft, ist die Ölzuleitung zum Motor, die kann man etwas hochbinden oder eine glatte Platte mit der Gripzange draufklemmen. Der Motor selbst hört recht schnell auf zu tropfen.


    Gruß

    Hans

  • So - es hat mich gepackt und ich hatte gerade Zeit. Der Fehler ist gefunden.


    Ich hatte ja die flache Kerbe erwähnt, die bei Oldman auf Verwunderung stieß. Ich habe mich beim Einbau an dieser orientiert, nicht an der eigentlichen Bohrung.


    Hier ein Bild zum Verständnis:



    einigermaßen zu erkennen, die flache Einkerbung links. gut zu erkennen die Bohrung oben - vollkommen falsche Steuerzeiten als Resultat... Drehen konnte sich er Motor trotzdem.


    Wegen der Ventile: die habe ich geprüft und neu eingeschliffen, da war nichts unrund. Habe dann noch 30 Min ein Schluck Benzin in die Ansaug- und Abgasstutzen gegeben - kam nichts durch.


    Also Zusammenbau dann wenn ich wieder Zeit finde.


    Grüße


    P.S.: bitte den Dirkoflecken auf den NoWeRad ignorieren. Da hat wohl wer beim Einbau was verschmiert :406:

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