Ölpumpe öffnen oder nicht

  • Moin,
    da der Motor (48T 1984, ca 45000 Km, gute 20 Jahre Standzeit bis 2021) sowieso gerade geöffnet auf der Werkbank liegt, wollte ich die Ölpumpe begutachten und beiden Dichtringe tauschen. Wie die Schrauben der Pumpe aussehen, war die entweder schon mal geöffnet oder es hat einer vergeblich versucht. Ich bekomme die Schrauben jedenfalls nicht auf. Bisher probiert: Heißluftfön 250 °C und mechanischer Schlagschrauber. Nix tut sich. Das Kloppen tut mir in der Seele weh. Was könnte ich noch probieren? Flamme statt heißer Luft? E-Schlagschrauber?

    Tendiere fast dazu, die Pumpe zu zulassen. Hat ja die letzten 3 Jahre und 15000km offensichtlich gepumpt. Allerdings kam mir der Rückfluß ins Rahmenrohr beim Warmlaufenlassen zum letzten Ölwechsel vor Motorausbau schlapp vor.

  • Hi,


    ich sage auf jeden Fall öffnen! Warum? Weil ich gerade dabei bin meine wieder zusammen zu bauen. Die Wedis waren hart. Und wenn die Pumpe nicht mehr dicht ist, kann sie nicht richtig arbeiten....Dazu waren die Rotoren riefig. Also eine andere, bessere Pumpe revidiert. Ist auch erst mal nur der Ersatzmotor, der irgendwann komplett überholt werden soll.

    Harald (rei) hat im Bucheli-Projet auch gezeigt, dass die Dichtlippen sich abnutzen.


    Da war wohl mal jemand dran. Wahrscheinlich mit Schraubensicherung wieder zusammengestzt. Eigentlich nur mit 8 bzw 10 Nm anziehen. Aber, wer weiß, was der Vorbestzer gemacht hat.

    Richtiger Schraubendreher (PH3 !!!) und Geduld und Hitze. Zur Not Mutter aufschweißen. Dann hat's die Schraubensicherung auch hinter sich. Schlagschrauber würde mir an dieser Stelle auch sehr weh tun. Eher Hitze.


    Viel Erfolg!!


    LG Dirk

  • Hallo Martin,


    auch von mir ein ganz klares Pumpe ausbauen!


    ...und ja, manchmal sind die Schrauben widerspenstig. Bisher hat aber immer ein gerade und mit Druck auf die Schraube, angesetzter HandSchlagschrauber mit einem passendem Bit gereicht. Bei den bereits etwas vernudelten Schraubenköpfen musst halt ausprobieren was für eine Bit Größe noch genügend Halt findet. Die Schraubenköpfe sind recht weich, zur Not lässt sich da auch ein Torx Bit reinklopfen.


    Wenn Hitze angewandt wird, dann nur ganz gezielt in den Schraubenkopf. Heißluftfön halte ich für ein gezieltes Einbringen aber für eher ungeeignet. Falls garnix hilft, tät ich die Köpfe vorsichtig abbohren. Dann aber pingeligst darauf achten das die Späne sich nicht im Block verteilen.


    Zum Entnehmen der Pumpe reicht es, erst einmal die drei markierten Schrauben zu entfernen.



    Das an dem Motor bereits jemand dran war, sieht man auch an den beiden Schrauben vom Lagerschild Eingangslager.

  • moin. Wenn du einmal ab der Pumpe bist, dann raus und auf damit. Hatte meine letzte Woche auch revidiert. Grund war absackender ölstand. Dachte erst es wäre das kugelventil, aber das funzte. Meine SR ist BJ 93 und die beiden WeDi in der Pumpe waren hart, einer sogar ausgefranzt.

    Auch bei mir gingen die Schrauben sehr schwer raus. Nur mit einem beherzten Schlag auf den Handschlagschrauber und korrektem Bit gingen die raus. Jetzt sind passenden Imbus drinne.

    Vor dem zusammen- und einbauen die Pumpe mit Öl füllen.

  • Mit nem guten Seitenschneider axial in den Schraaubenkopf kneifen und aufdrehen bis ersten Knack, dann mit Schraubendreher weiter. Kriechöl, Hitze und Prellschlag vorher hast du ja schon.


    f

  • Hey,


    der Peter hat es zwar schon angedeutet: man kann den Schraubenkopf der 3 Schrauben aus seinem Bild abbohren und das Pumpengehäuse anschließend entfernen. Dadurch sollte genug von der Schraube stehen bleiben, damit dieser Rest mit einer Zange (Wasserpumpenzange in der "richtigen" Richtung) entfernt werden kann.


    Grüße

    Olaf

  • Ich hab guten Erfolg mit einer kleinen aber scharfen Sauerstoff/Propan(azetylen-)Flamme, direkt auf den Schraubenkopf, und dann gleich mit dem Schlagschrauber hinterher (Passender Bit wurde schon erwähnt)

    Gruß

    Hans

  • Mit dem Vorschlag von Fump habe ich schon so einige fest sitzende Schrauben gelöst bekommen. Wenn man möchte kann man auch noch einen langen Schraubendreher zwischen die Griffe schieben und als Hebel nutzen.

  • Vielen Dank für die guten Tipps. Das hat mir Mut gemacht und hat funktioniert. Motor auf die Seite gelegt, schön auf Holzklötze damit die Schaltwelle nicht belastet wird, 3/8 zöllige PH3 Stecknuss reingekloppt, Gleitstück drauf mit Querstück, mit Körpergewicht belastet und gedreht und es hat 5 mal Knack gemacht. Alle Schrauben auf...
    Die Schrauben sind allerdings davon nicht besser geworden.

    Und die Pumpe hat deutlich Spuren. Das gefällt weniger. Was meint ihr dazu?

  • ...erstmal eine Gegenfrage. Der dunkle halbkreisförmige Bereich auf dem Innenrotor, ist das ein Schatten der Pumpenwelle? oder fehlt da Material?[

    Schatten

  • Mir scheint die Pumpe hat gut Dreck oder Späne transportiert. Falls das der Motor aus dem Moped ist, womit du fährst, täte ich grundsätzlich empfehlen den gesamten Kreislauf penibelst zu spülen und zu reinigen. Wie schaut es in der Ölwanne aus?


    Die Riefen im BlockGehäuse der Sekundärpumpe sind nicht schön, lassen sich aber nicht mehr ändern. Genauso wie die Kratzer auf der Planseite. Viel wichtiger ist noch der Zustand zwischen den Troichiden, da sollte das Spaltmaß um die 1/10 liegen und sich keine groben Kratzer befinden ...falls doch > Rotoren austauschen.


    Die Primärpumpe schaut auf den ersten Blick aber viel mitgenommer aus. Für genaueren Einblick bitte noch weiter zerlegen und begutachten. Gröber beschädigte Rotoren, aber auch eine in Höhe der Wedis verkratzte Pumpenwelle, gehören in die Tonne.


    Beschädigte PrimärPumpengehäuse und Deckel lassen sich aufarbeiten und mit einen stärkeren PrimärRotor wieder in einen sehr guten Zustand versetzen.

  • Weitere Zerlegung der Ölpumpe. Das Spaltmaß zwischen den Trochoiden ist unter 0,1mm. Die Riefen an den Rotoren der Sekundärpumpe und an der Achse sind zu spüren. Die Wedis waren nicht ausgefranst. Ob sie "hart" sind lässt sich erst nach Ausbau feststellen. Wedis und Dichtung habe ich schon neu.
    Wie die Riefen die Förderleitung beeinflussen, weiß ich nicht.

    Nach meinem vielleicht zu optimistischen Augenmaß sieht aber alles noch brauchbar aus.

    Der Siff in der Ölwanne waren Silikondichtungsreste. Werde logischerweise auch den Öltank und das Rahmensieb reinigen.


  • Hi,


    leider kann ich nur Bilder ansehen aber nix fühlen.


    Mach die Welle mal richtig blank. Am besten mit Vlies und Bremsenreiniger oder mit einen Stück Sandpapier K1000 oder feiner leicht und vorsichtig drüber. Das "dunkle" verschwindet dann fast vollständig. Ich hab dann eine Art "Rasierklinge" (von den Ceranfeldschabern) draufgestellt und gegen das Licht gehalten. Hab keine Abnutzung feststellen können. Und natürlich fühlen ob ein Grad da ist.

    Die Seiten der Rotoren sehen gar nicht so schlimm aus. Hast du einen flachen, ebenen Schleifstein sehr fein (1000er)? Hab meine leicht abgezogen, um eventuelle Grade zu entschärfen. Ist alles in Öl gelagert. da macht 1/100 nix aus.

    Die "Pumpflächen" mit sehr feinem Schleipapier (2000er) leicht nass überläppen. Nicht scheifen, nur Grade glätten.


    Sauber machen und mit reichlich Öl wieder zusammenbauen und einbauen und entspechend "erstbeölen".


    Schrauben einfach duch M6x30 (3x) und M6x18 (keine 20!!!!) Inbus (DIN 912) ersetzen. Etwas Loctide (mittelfest) und mit 10Nm (30er) bzw. 8 Nm (18er) anziehen.


    Fertig.

  • Man merkt das Fahrendumusst sich in letzter Zeit mit seiner Ölpumpe ausgiebig beschäftigt hat :thumbup:


    Das "dunkle" verschwindet dann fast vollständig.


    Genauso isses ...ich habe sehr gute Erfahrungen mit Schleifvlies zusammen mit WD40 gemacht. Mit Schleifpapier auf Wellenoberflächen wäre ich eher zurückhaltend. Unabhängig womit man's macht, im Nachgang auf jeden Fall wieder richtig sauber machen und alle Rückstände entfernen.


    kleine Ablaufreihenfolge...



    ...mit Vlies gereinigt


    ...nochmal größer



    Man sollte sich auch nicht von den verschiedenen "Ringe" täuschen lassen, nicht jede blanke Stellle hat mit den beiden Wedis zu tun.


    Rot = Wedi Lauffläche / Grün = Lagerbohrung im Pumpendeckel


    Schwenker ...die Macke an der Rotorspitze Sekundär täte ich ignorieren ...einbauen. Falls das auf der Primärseite genauso ausschaut ...auch weiter verwenden.


    Das restliche Vorgehen ist ja bereits gut beschrieben.

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