Schnattern aus dem vorderen Motor

  • Wie beschreibe ich ein Geräusch?

    Original war das nicht da und wurde mit steigender Laufleistung mehr. Worte sind da kein Messergebnis, ich könnte auch leichtes Schlagen oder Hämmern sagen, aber Schnattern finde ich am treffendsten. Für wenige Monate hatte ich einmal ein nicht festgezogenes Ritzel auf dem Getriebeausgang, das machte ähnliche Geräusche, in Frequenz und Klangfarbe, aber die waren stärker Belastungs-abhängig und vor Allem Gang-abhägig, nur im Vierten, bevorzugten im fünften Gang, und waren bei kaltem Motor stärker als warmgefahren.

    Zu den Randbedingungen jetzt:

    - Geräusch hörbar zwischen ca 3000 und 3700 Umin, für mich eindeutig Drehzahl-abhängig, egal in welchem Gang. Unter 3000 Drehern fahre ich nicht.

    - Geräusch unabhängig vom Gang. Im Ersten höre ich das nicht, aber ich fahre den Ersten ja auch nicht länger bei 3500 Umin.

    - Geräusch tritt nicht in jeder Fahrsituation auf. Bei Last ist das Geräusch wahrscheinlicher.

    - Geräusch ist von der Motor / Öltemperatur abhängig: bei 60° im Öltank unauffällig, bei 70° deutlicher, bei 80° stark.

    - Geräusch ist vom Öl abhängig: Normal fahre ich 20W50, mische inzwischen SAE 50 dazu, mit 15-20% Volumenanteil, dann wird es weniger.

    - Lokalisierung nicht ganz einfach: Das Gefühl beim Fahren sagt, kommt eher von vorne als von hinteren Motorteilen, ob vom Kopf oder Kurbelwellenbereich kann ich während der Fahrt schlecht hören. Im Stand und Leerlauf, ohne Last, höre ich es nicht, da könnte ich näher mit dem Ohr dran und auch eine Tonaufnahme machen.

    - Wenn es im engeren Sinne aus dem Getriebe kommt, sollte es dann Gang-abhängig sein?

    - Ich kann mit meinen Bordmitteln während der Fahrt keine Audio-Datei aufnehmen.

    - Wir waren jetzt auf der Langstrecke unterwegs. Wenn es bei einem bestimmten Tempo auftritt, kam es vor, dass 5min später unter ähnlichen Bedingungen, Last, Drehzahl, Temperatur, es deutlich weniger ist, so wie eine Resonanz, die sich nicht immer einstellt. Es ist aber nicht blechern, sondern eher wie von schwereren, massiveren Teilen.

    - Kann das Zahnrad auf der Kurbelwelle rechts solche Töne von sich geben?

    Es tut mir leid, keine genaueren Angaben machen zu können. Nun will ich nicht faul sein, an welcher Stelle sollte ich genauer suchen?

    bergige Grüsse

    Rademacher

  • Nabend,

    leider hat der Blick in die Glaskugel kein eindeutiges Ergebnis gebracht für dein Problem. Falls an deiner SR noch der Originale Krümmer verbaut ist würde ich diesen mal checken, wenn der nämlich durch ist macht der auch unschöne Geräusche.

    Mehr kann ich dir nicht helfen ohne es selbst gehört zu haben.

    Gruß

  • Hallo Lober,

    das Problem dreiwandiger Krümmer kenne ich, Danke für den Tip. Es ist der einwandige VA verbaut.

    bergige Grüsse nach Lindlar, ich habe länger in Porz gewohnt und Lindlar war Abendstrecke.

    Rademacher

  • Guten Abend Fump,

    Lampe und Tacho habe ich durch "Handauflegen" schon gecheckt, die hatte ich auch im Verdacht. Klingelnde SR kenne ich genug, es ist kein Klingeln, das bleibt auch bei Konstantfahrt. Das Beschleunigungsklingeln bei 3500 war früher ein Problem, aber mit dem abgestimmten TM36 und E10, VA-Krümmer und Bull Mace Puff ist das zum Glück kein Thema mehr, aber Danke. Die Dame ist halt nach ca 150 tkm ein wenig mechanisch gebraucht. Alte Moppis klappern zuweilen.

    bergige Grüsse

    Rademacher

  • Bei mir hat's mal unter Last gepoltert, aber wie. War dann aber kein Motorproblem, sondern das zerbröselte hintere Tankgummi, wodurch Tankhaltelasche und Rahmen innig im Takt der Motor-Vibes Kontakt bekamen... :duell:


    Grysze, Michael

  • Hallo,

    einer meiner Dreizylinder-Freunde hatte kürzlich ein ähnliches Problem, da lag es am 3-in-1-Edelstahlkrümmer. Beim Dreizylinder ist es besonders wichtig, daß der ohne Verspannung montiert wird, aber auch bei der SR wäre es möglich. Bei der XS war ein dreieckiges Stück direkt am Flansch ausgebrochen und von der Spitze bereits fast um den Krümmer herum ein Riß. Ähnliches hatte ein Kumpel mit einer Guzzi am Topf unter dem Motor. Edelstahl ist gern spröde und vibrationsempfindlich.

    Gruß

    Klaus-Dieter

  • rademacher: das ist gut beschrieben und kommt mir bekannt vor. Meine eine ('79) macht sowas auch gerne, meistens bei heißen, sommerlichen Temperaturen. Ich bin aber noch nicht dahintergekommen, Klingeln ist es bei mir imho nicht.


    Btw: das Verballhornen von Meteorologen gefällt mir auch nicht.

  • Sry, falscher Fred. :326:

    Gehört in den Bericht der Vogesen- und Lothringen-Reise.

  • ...ich hatte mal einen Motor auf dem Tisch, da war die Mutter komplett ab...wie das zuvor klang, kann ich nicht sagen... :411:


    Herzliche Grüße

    Mambu

  • Vielen Dank, Mambu,

    Kupplungsdeckel demontiert, Sichtprüfung ok, 30er Ritzel fest.

    Hörprobe: das grosse Zahnrad der Kupplung lässt sich gg das kleine 30er minimal verdrehen, die Zahnflanken lassen ca 0,15-0,20mm Luft, siehe Ausschnittsbild, Richtung von 10 Uhr auf 4 Uhr. Ich sehe keine Pittings, Ausbrüche oder andere Katastrophen.

    Ich VERMUTE, alle 2 Umdrehungen geht ja diese Kraftübertragung vom Schubbetrieb in den Zugbetrieb, ob dies das Geräusch ist. Wenn das Motorgehäuse heiss ist, vergrössert sich der Abstand der Kurbelwelle zur Welle der Kupplung und das Spiel wird grösser, das Geräusch intensiver.

    Das 30er Ritzel gibt es nicht mehr neu zu kaufen. Meine Optik sagt mir aber, dass WENN Abrieb an den Zahnflanken ist (glatt und gleichmässig), dass das grosse Zahnrad den höheren Abrieb erlebt hat. Es wäre auch etwas unwirtschaftlich, das grosse Ding in der selben Materialhärte einzusetzen, ist mein Gedanke.

    Abrieb an diesen Stellen färbt evtl mein Öl schneller dunkel als früher.

    Wer hat Daten oder Erfahrungen, wie stark der Luftspalt zwischen den parallel verlaufenden Zahnflanken sein darf? Neumass - Verschleissmass?

    Welche Ölzusätze sind zu empfehlen, die druckstabiler sind?

    bergige Grüsse

    Rademacher

  • muß an den miteinander verzahnten Zähnen nicht ein wenig Luft sein, weil sich die Zähne im Betrieb in dynamischen Winkeln gegenüber stehen? Wenn da null Luft wäre, würds sicher klemmen mit erhöhtem Verschleiß. So von der Optik her würd ich sagen das sieht genauso aus wie bei jedem anderen Motor auch

  • Hallo Robhopf,

    ich kann das Kupplungszahnrad in JEDER beliebigen Zahnstellung gut hörbar vor- und zurückdrehen. Ich verstehe, was Du meinst, aber statt 0,15-0,20 Spiel hätte ich lieber 0,05 Spiel. Das ist natürlich eine Herausforderung für die Maschinenbauer, vor allem bei wechselnden Temperatüren.

    Auf dem Foto sehe ich, wie an den Rändern / Stirnflächen des Zahnrades Grate nach aussen zeigen. Ich kenne das von anderen Antrieben, das ist m.E. Material der Flanken, die quer weggedengelt wurden. Schlechte Kettenantriebe im Fahrradbereich können das gut.

    bergige Grüsse

    Rademacher

  • ...das ist ein vom entwurf her über ein halbes jahrhundert alter motor. muss man da tatsächlich derartige anforderungen stellen?


    ich könnt den perfektionismus ja dann verstehen, wenn das ding zur iss oder zum mars fliegen soll. was draußen noch so an motoren rumläuft, sieht wahrscheinlich zu über 90% schlechter aus als das hier. und es läuft und läuft und läuft... ;)

  • Welche Ölzusätze sind zu empfehlen, die druckstabiler sind?

    Meiner bescheidenen Meinung nach ist Dein Primärtrieb i.O., so weit das sich aus den Bildern ableiten lässt. Ich kenne es nicht anders, als dass sich im Laufe der Zeit an den Seiten der Zahnflanken (nicht nur im Primärtrieb und bei der SR) ein gewisser Grat bildet.


    Darum würde ich (ist nur meine Meinung ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit!!!) auf einen Ölzusatz verzichten, weil

    - der Primärtrieb die 3,7mkp maximales Drehmoment sicherlich aushält - zumindest ist mir nicht bekannt, dass es an dieser Stelle vermehrte Probleme gäbe

    - die heutigen Öle scher- und druckstabiler als die Öle sind, die es zu Zeiten der Entwicklung des Motors gab (heutige Motoren stellen wg. geringeren Lagerspielen höhere Anforderungen an die Scher- und Druckfestigkeit der Öle)

    - und ich letztlich Angst davor hätte, dass es Ärger mit Durchrutschen der Kupplung gibt. Zudem glaube ich nicht, dass Zahnflankenspiel sich schnatternd anhört, sondern eher pfeifend.


    Aber wie gesagt: das ist nur meine Meinung!


    PS

    Der Primärtrieb meiner Thruxton pfeift seit dem ersten Tag wie ein CFM-56 eines A320 8o

    Mit Motorrädern ist es wie mit Grog:

    Ein Zylinder muss, zwei Zylinder können, mehr Zylinder müssen nicht sein!

  • Sorry, aber da bildet sich kein Grat, die sind ab Werk einfach nicht entgratet. Da wird auch nix "weggedengelt", auch sind beide Zahnräder einsatz- oder induktiv gehärtet, und ungefähr gleich hart, die Zahnflanken sind geschliffen, nicht nur gefräst oder gestoßen, was dem leisen Lauf bei Geradverzahnung zugute kommt. Bei ganz alten SRs waren die Räder gepaart, erkennbar an einer Nummerierung mit Elektroschreiber. Es gibt an diesen Zahnrädern auch praktisch keinen Verschleiß, sie überleben viele 100000 km. WENN da zuviel Flankenspiel vorhanden sein SOLLTE, kommt das eher von einer verschlissenen Lagerung des Kupplungskorbes zwischen der Lagerbuchse und dem Gleitlager im Korb. Meistens ist die Stahlbuchse verschlissener als die Lagerbronze.

    Gruß

    Hans

  • Quote

    Ich verstehe, was Du meinst, aber statt 0,15-0,20 Spiel hätte ich lieber 0,05 Spiel.


    dann mal los und lass uns an deinem Ergebnis teilhaben.

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