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Wie fest sollten die Stehbolzen der Achsklemmung in die Gabel gedreht werden? Schraubensicherung?

  • Bernd09
  • September 15, 2026 at 6:00 PM
  • Bernd09
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    • September 15, 2026 at 6:00 PM
    • #1

    Ich muss die Stehbolzen der Achsklemmung der Gabel austauschen. Wie fest sollte ich die neuen Stehbolzen in die Bohrungen der Gabel schrauben? Am liebsten eine Nm-Angabe. Ich bin ein ängstlicher Schrauber und das ist ja schon sicherheitsrelevant. Andererseits ist das Gabelrohr und damit das Gewinde nur Alu.

    Sollte ich da vorher noch Schraubensicherung mittelfest drauf tun? Die Stehbolzen müssen nach Montage ja einfach nur noch drinbleiben und werden normalerweise nicht mehr rausgeschraubt.

    Die Muttern der Achsklemmung werden mit 10 Nm festgeschraubt. Ich hätte gedacht, die Bolzen sollten mindestens genauso fest in die Gabel geschraubt werden, eher noch mehr. Andererseits sagte mir mein Gefühl beim Reinschrauben, das 10 Nm ausreichen. Der eine Stehbolzen ist jetzt mit 10 Nm fest. Beim anderen habe ich vorher aufgehört, weil ich beim Anziehen das komische Gefühl hatte, das bald was kaputt geht. Ich hatte allerdings vorher auch noch Kupferpaste draufgetan.

    Ich habe auch die Suchfunktion im Forum bemüht und dabei einen Thread zum Austausch der Gewindebolzen gefunden. Aber die Antwort auf meine blöden Frage waren nicht drin.

    Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.

    Für die, die noch mehr lesen möchten, noch der Hintergrund für den Austausch und meine Verwunderung über die Konstruktion der Stehbolzen.

    Es waren neue Reifen fällig und daher habe ich die Räder ausgebaut. Bei der Achsklemmung ist einer der Stehbolzen abgebrochen. Der andere Stehbolzen kam gleich mit raus, als ich die Mutter losdrehen wollte, und sah vergammelt aus. Da dachte ich, wenn ich eh einen Bolzen austauschen muss, kann ich auch gleich beide machen.

    Die Stehbolzen habe ich bei Kedo geholt. Waren in Original Yamaha-Tütchen. Die alten Stehbolzen waren offensichtlich keine Originalteile. Beim Abgebrochenen war das erste Stück, auf dem die Mutter saß (und immer noch sitzt), sogar hohl. Kurz dahinter brach sie dann.

    Bei den neuen Bolzen sind die Gewinde unterschiedlich lang (erstes Foto). Für mich ist komisch, dass offensichtlich die kürzere Gewindeseite in die Gabel geschraubt werden muss, nicht die längere. Wenn ich die längere Gewindeseite rein schraube, ist das andere Gewinde zu kurz für Achshalteschelle und Schraube. Und von den unterschiedlichen Ausführungen der Stehbolzenenden her ist offensichtlich tatsächlich die längere Seite zum Rausgucken gedacht (zweites Foto: kürzere Gewindeseite, drittes Foto: längere Gewindeseite). Das passt also zusammen. Aber die Gewindebohrungen in der Gabel sind deutlich tiefer. Da frage ich mich warum.


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  • Maddin
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    • September 15, 2026 at 6:53 PM
    • #2

    Moin,

    die Stehbolzen müssen imho überhaupt nicht festgedreht werden, sondern einfach nur weit genug rein, aber mit ein paar mm Luft zum Grund des Lochs bzw. zum Ende des Gewindes. Jedenfalls so, dass dort kein Widerstand entsteht. Und dort dann mit Schraubensicherung an Ort und Stelle gehalten werden. Das korrekte Drehmoment kommt am Ende von der Mutter. Fertig montiert wirkt das dann genauso wie ne Schraube, die mit dem korrekten Drehmoment angezogen wurde. Unterschied ist nur, dass bei jeder (De-)Montage das Gewinde im Alu geschont wird, weil die Reibung zwischen Bolzen und Mutter stattfindet.

    Man korrigiere mich gerne.

    Viele Grüße

    Martin

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  • Zimmi313
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    • September 16, 2026 at 9:15 AM
    • #3

    Ich seh das genauso wie der Maddin. Die Schraubensicherung hat eine zusätzliche Schutzwirkung für's Alu - es bewegt sich zum einen nix mehr, und es dringt zum anderen nicht so leicht Wasser ein, das für Korrosion sorgen könnte.

    Grysze, Michael :ber:

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    • September 16, 2026 at 9:26 AM
    • #4

    Damit die Stehbolzen sich nicht beim Anziehen oder Lösen der Mutter bewegen, müssen sie fester sitzen (ein höheres Losbrechmoment haben) als die Mutter - ist eigentlich logisch ;)

    Ich möchte Dir keine Angst machen, aber doof ist in Deinem Fall, dass der eine Stehbolzen sich 'weich' beim Anziehen anfühlt. Im schlimmsten Fall hast Du damit den Beweis für den Spruch 'nach fest kommt ab' erbracht ;( Wenn das so sein sollte, ist meine Empfehlung die Gewinde in der Gabel mit Helicoil o.ä. auszustatten und den Stehbolzen in das reparierte Gewinde mit Loctite einzusetzen und ihn etwas über 10Nm anzuziehen, vielleicht mit 13 ... 15 Nm. Dazu zwei Muttern auf den Stehbolzen schrauben und kontern, dann Nuss / Schraubenschlüssel auf die obere Mutter und mit Drehmoment anziehen. Danach etwas warten, damit die Schraubensicherung abbinden kann, und die Muttern der Achsklemmung mit den geforderten 10 Nm anziehen.

    Beim Festziehen der Achsklemmung achte ich auch darauf, dass der Spalt zwischen Gabel und Klemmstück einigermassen gleich ist, bevor endgültig festgezogen wird.

    Und noch ein Tipp am Rande, den Du möglicherweise bereits kennst: Immer wieder habe ich es erlebt, dass die Achsklemmung angezogen wurde, ohne vorher die Gabel ein paar Mal einzufedern. Durch das Einfedern wird die Leichtgängigkeit der Gabel sichergestellt!

    Mit Motorrädern ist es wie mit Grog:

    Ein Zylinder muss, zwei Zylinder können, mehr Zylinder müssen nicht sein!

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  • robhopf
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    • September 16, 2026 at 10:58 AM
    • #5

    das mit dem gleichen Spalt ist leider falsch, die Klemmstücke sind so geformt, daß nur eine Seite aufliegt, die muß nach vorne und wird als erstes angezogen, dann die andere

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  • Bernd09
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    • September 16, 2026 at 9:15 PM
    • #6

    Vielen Dank für eure Ratschläge.

    Ich Idiot habe den Fehler gemacht, Kupferpaste auf den Bolzen zu tun. Das führt im Endeffekt dazu, dass die Gewindeflächen bei gleichem Anzugsmoment mehr Druck aushalten müssen (wegen der geringeren Reibung wird der Bolzen mehr reingedreht). Vielleicht hatte ich auch darum so ein komisches Gefühl beim Anziehen.

    Also Bolzen kommen wieder raus. Bolzen und Bohrung gut mit Bremsenreiniger sauber machen. Hoffentlich kommt dabei nicht zuviel Aluminium aus der Bohrung 🧐. Schraubensicherung drauf und wieder reindrehen.

    Dabei werde ich mich auf mein Gefühl verlassen. Aus Neugierde zum Schluss den Drehmomentschlüssel verwenden. Aber wenn mein Gefühl sagt, höre besser auf, mache ich das. Habe schon schlechte Erfahrungen mit Gewinde in Aluminium.

    Die Logik von Mopedist (etwas mehr als 10 Nm) war bisher auch meine. Die Argumentation von Maddin (Drehmoment kommt am Ende von der Mutter), hat aber auch etwas. Keine Ahnung. Mal schauen, wo ich beim Anziehen lande.

    Die Achsklemmung selber hat bisher immer geklappt. Wird hoffentlich auch diesmal so sein.

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  • Mopedist
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    • September 17, 2026 at 8:32 AM
    • #7
    Quote from robhopf

    das mit dem gleichen Spalt ist leider falsch, die Klemmstücke sind so geformt, daß nur eine Seite aufliegt, die muß nach vorne und wird als erstes angezogen, dann die andere

    Danke für den Hinweis!

    Das habe ich wohl jahrzehntelang falsch gemacht :( - allerdings blieb das bislang folgenlos, auch das Anziehen nach Gefühl.

    Nebenbei: Das Originalwerkstatthandbuch bestätigt 10 Nm Anzugsmoment für die Muttern; zum Anzugsmoment der Bolzen konnte ich auf die Schnelle jedoch nichts finden. Ich denke, dass es an dieser Stelle in erster Linie darauf ankommt, dass die Achse ausreichend fest geklemmt wird und dass die Gewinde im Alu nicht 'rausgerissen werden, weil zu fest angezogen wurde.

    Mit Motorrädern ist es wie mit Grog:

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  • Fahrendumusst
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    • September 17, 2026 at 10:09 AM
    • #8

    Ist auf dem Klemmstück nicht auch ein Pfeil drauf, der bei der Montage nach vorne zeigen soll? Ich glaube mich an sowas zu erinnern.

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  • Bernd09
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    • September 17, 2026 at 1:23 PM
    • #9
    Quote from Fahrendumusst

    Ist auf dem Klemmstück nicht auch ein Pfeil drauf, der bei der Montage nach vorne zeigen soll? Ich glaube mich an sowas zu erinnern.

    Ja, genau. Der Pfeil muss nach vorne. Dann wird diese, also vordere, Mutter mit 10 Nm angezogen. Dann erste die hintere mit 10 Nm. Hinten bleibt dabei ein Spalt.

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  • timosbt
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    • September 18, 2026 at 8:28 PM
    • #10

    Moin,

    Gleiches prinzip übrigens auch beim verschrauben des lenkers, deshalb heißt das auch Klemmung.

    Gruß Timo

    --------------------------------------------------------------------------------------

    Timos Inspektions- u. Wartungsdaten

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  • Stehbolzen
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