48 T Vergaser läuft über

  • Hallo zusammen,


    bei meiner SR läuft der Vergaser über. Oder besser gesagt, er läuft aus und zwar unten durch diesen Messing-Schniepel (siehe Foto), allerdings nur in der Stellung PRI (ob auf Reserve auch weiß ich gerade nicht).


    Das Problem trat schon einmal auf, da ist mir die Kiste mitten in der Fahrt ausgegangen und ließ sich ne halbe Stunde lang nicht mehr antreten. Kurz zuvor ist sie bei Gaswegnahme auch im Stand nicht mehr auf Leerlaufdrehzahl runter getourt.


    Ich hab dann den Vergaser überholt und gestern wieder eingebaut. Benzin aufgefüllt, Schwimmerkammer geflutet und zack: fängt die wieder an zu pullern.


    Hat wer ne Idee? Verbaut ist übrigens der VM34 Vergaser.


    Liebe Grüße


    Phtagen

  • Moin,
    da Du den Vergaser ja gerade offen hattest, solltest Du eigentlich wissen, das das für ein Schniepel ist…
    Das ist der Überlauf. Und dort gehört normalerweise noch ein Schlauch dran…
    Mit was für Teilen hast Du den Vergaser überholt? Die Schwimmerkammerventile aus den meisten NoName Reperatursätzen taugen nichts, wie Du selbst ja auch gerade bemerkst. Das Ding schließt bei Dir momentan nicht…
    Ob es daran liegt, weil die Lasche des Schwimmers verbogen ist und es gar nicht schließen kann oder weil das Ventil verkantet, kann man nur raten. Wenn das Ventil weder original Yamaha noch von Keyster ist, würde ich auf letzteres tippen…
    viele Grüße,
    Oliver

  • Moin,


    danke für die Antwort und sorry für meine laienhafte Ausdrucksweise. Dachte mir schon, dass es der Überlauf sei, war mir tatsächlich nicht ganz sicher.


    Ich hab den Rep-Satz von Kedo verwendet. Is der doof? Das Ventil war jedenfalls leichtgängig beim Einbau.


    Kann es ggf. auch ein falsch eingestellter Schwimmer sein? Ich war mir nicht ganz sicher, von wo der Schwimmerstand gemessen werden soll. Von der Dichtfläche aus mit eingelegter Dichtung, von der Dichtefläche aus ohne eingelegte Dichtung oder von dem hochstehenden Rand des Vergasergehäuses aus? Die Abbildung im Buchelli lässt auf letzteres schließen. Es ist allerdings auch ein anderer Vergaser abgebildet.


    LG

  • Mit Keysterkit hatte ich noch nie Probleme, Vorraussetzung es wird alles richtig eingebaut. Ob das SN-Ventil richtig schließt und der Schwimmerstand stimmt, kann man im ausgebauten Zustand mit einem Schlauch und Luft ganz gut überprüfen.....


    Den Schwimmer muss man in der Regel auch nicht so oft einstellen, vermutlich hat bei deinem Problem das Schwimmnadelvetil gehakt.



    Jack....

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.


    Albert Einstein.

    Edited once, last by Jack ().

  • Moin,


    Bestes Schwimmerventil ist das originale, aber auch das teuerste. Dann das Keyster-Kit (auch nicht billig). Das Kedo-Teil kommt hier nicht so gut weg.
    Wichtig ist, das der Sitz auch zum Ventil passen muss. Also immer beides tauschen. Die Ventile der einzelnen Herstellen sehen unterschiedlich aus.
    Den Schwimmerstand kann man auch von außen kontrollieren: Passenden Silikonschauch auf den silberfarbigen Zutsel unterhalb der Ablassschraube stecken und nach oben halten. Ablassschraube öffnen. Sprit im Schlauch sollte bis ca 3-5 mm unterhalb der Kante der Schwimmerkammer steigen.

  • Hey,


    bitte auch daran denken, dass der O-Ring des Schwimmernadelventils undicht sein kann. Dann läuft der Sprit am Ventil vorbei auch wenn das Ventil selbst ordentlich abdichtet und der Schwimmerstand korrekt ist.


    Grüße
    Olaf

  • Es sollte klar sein dass man das Ventil immer komplett tauscht !
    Wobei das entfernen den alten Ventilsitz schon mal schwierig sein kann, es evtl gut fest im Sitz steckt aber auf keinen Fall mit Gewalt versuchen es rauszuwürgen, da sonst der Aluguss nach innen wegbrechen kann ;(


    Jack…

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.


    Albert Einstein.

  • Moin,


    also einhellige Meinung scheint zu sein, dass Schwimmernadelventil noch einmal zu tauschen (inkl. Sitz).


    Nur zur Sicherheit: Ein falsch eingestellter Schwimmerstand kann diese Probleme nicht verursachen?


    Aus Interesse: Von wo wird der Schwimmerstand nun korrekt gemessen (Dichtfläche mit eingelegter Dichtung, Dichtfläche ohne Dichtung, Rand des Gehäuses)?


    Jack: Hast du n guten Tipp, wie man den Sitz am besten raus bekommt. Kann mich erinnern, dass es beim letzten Mal schon ganz schön Gefummel war.


    LG und vielen Dank für die zahlreichen Auskünfte.


    Phtagen

  • In meinem alten Bucheli heißt es :


    22mm +- 2,5mm von der Dichtfläche des auf dem Kopf stehenden Vergasers bis Oberkannte Schwimmer.


    Seitlich ist eine Z Linie auf dem Schwimmerkörper zu erkennen, die obere/untere Linie des Z sollte paralell zum Vergasergehäuse sein.


    Die Tolleranz von + - 2,5mm sagt mir , dass es keine Raketenwissenschaft ist den Schwimmer einigermaßen vernünftig einzustellen. Solange niemand ohne Sinn an der Zunge des Schwimmers herumbiegt, muß man da meiner Meinung nach nur selten etwas verstellen.


    Bei Einbau eines neuen Schwimmernadelventils incl. neuem Sitz (was anderes würde ich nie machen )
    einfach den alten Sitz mit passender Zange greifen und mit drehender Bewegung nach oben rausziehen.


    Dabei wie schon gesagt, nicht seitlich hebeln oder Druck ausüben, könnte schief gehen.... :sm:


    Jack...

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.


    Albert Einstein.

    Edited once, last by Jack ().

  • Moin,


    falls Du mit einem durchsichtigen Schlauch den "echten" Benzinstand im Gehäuse ablesen willst: Ich stelle meine Vergaser immer so ein, dass sich der Stand auf 3-5mm unterhalb der Gehäusekante einpendelt...
    Und da ist es dann völlig egal, ob die Kammer mit oder auch (provisorisch) ohne Dichtung angebaut wurde, weil der Bezugspunkt die untere Kante des Vergasergehäuses ist...


    Ich habe bei einem meiner damaligen Motorräder auch schonmal nur 1-2mm erreicht und keine Lust mehr gehabt die Vergaserbatterie wieder auszubauen. Die XJ650 damals hatte damit die Angewohnheit direkt beim Abbocken und/oder beim Ampelstop unter Choke einfach auszugehen (halt jedesmal wenn sie "vorne eingetunkt" ist). Das habe ich dann einen Monat später doch wieder korrigiert. Seitdem stelle ich den Schwimmerstand lieber etwas zu niedrig als etwas zu hoch ein...


    viele Grüße,
    Oliver

  • Hallo Jack,


    danke für die Angabe. Bei mir im Bucheli steht von der Gehäusekante und auf dem Bild ist ein anderer Vergaser abgebildet. Hab's mir jetzt mit dazu geschrieben.


    So, Ventilsitz und Nadelventil hab ich jetzt nochmal von Keyster bestellt und eingebaut. Mal schauen, vielleicht komm ich morgen dazu den Vergaser wieder reinzufummeln, dann geb ich Bescheid ob's erfolgreich war.


    Frage: Wo bekommt man Original-Ersatzteile von Yamaha her. Hab nur eine Seite im Netz gefunden (https://yam-shop.de/Yamaha-Genuine-Ersatzteile), da werden für den Nadelsatz 78€ aufgerufen. Ist das ernst gemeint???


    LG

  • Moin,


    ich habe mein Originalventil seinerzeit tatsächlich einfach zusammen mit den original Membranen bei meinem Yamaha-Händler gekauft und denke da sollte man auch heute auch Originalteile am besten bekommen können. Das Ventil war damals schon sehr teuer und hat jetzt knapp 20Jahre gehalten. Der Preis der einzeln bestellten originalen Membranen war damals auch nicht ohne…
    Der Grund dafür, dass ich das Originalteile gekauft habe, war die Tatsache, dass mich diese Dinger aus „normalen“ Rep-sätzen einfach in den Wahnsinn getrieben haben. Und Membranen gab es damals noch nicht im Aftermarket.
    Ich habe meinen Vergaser jetzt gerade mit Teilen aus einem Keyster-Reparatursatz neu bestückt. Undicht war noch nichts, aber irgendwie lies sich der Schwimmerstand nicht justieren (ich habe an der Lasche gebogen, aber der Schimmerstand blieb irgendwie immer bei knapp unter Kante) daher habe ich jetzt das Ventil aus dem Keystersatz drinnen und nach der Durchsicht wieder meine 3-5mm unter Gehäusekante…


    viele Grüße,
    Oliver

  • Moin,


    so Vergaser ist eingebaut und nix läuft mehr über. Das klappt schon mal.


    Leider is da noch so ne andere Kleinigkeit. Die olle Kuh will nicht anspringen. Sie gibt kaum n Mucks von sich. Habe heute ne halbe Stunde darauf rumgeturnt mit dem Erfolg, dass ich hinterher duschen musste. Aber angetreten hab ich sie nicht bekommen.


    Vor der Vergaser-Überholung ging das eigentlich ganz gut. Ich hatte für mich ein Startprozedere etabliert, mit dem ich sie zuverlässig angekickt bekommen habe. Aber heute :sh:


    Da die Kerze nach dem dritten Treten eigentlich immer schon feucht war, ob mit ohne Choke, vermute ich mal, dass sie zu viel Sprit bekommt. Was wären denn so mögliche Stellschrauben und welche Sachen sollte ich noch abklopfen?


    LG


    Phtagen


    PS: Sollte ich lieber ein neues Thema starten oder passt das noch hier hin?

  • Wurde auch die Schraube mit dem weißen Knopf rausgeschraubt ?!
    Wenn ja stimmt evtl der Schieberstand nicht mehr, dann wird es ,wenn die nicht weit genug den Schieber anhebt, schwierig mit ankicken...


    Wie schon öfters erwähnt:


    Würde ich nach max 10 Kicks mal die Kerze rausschrauben und ...


    1. sehen ob Kerze naß oder trocken
    2. wenn naß, ob ein Funke an der Kerze sichtbar ist
    3. wenn trocken Abhilfe schaffen
    4. wenn naß und Funke vorhanden, die Kiste ohne Kerze ( Zündung aus ) Deko gezogen
    trocken kicken, da vermutlich abgesoffen


    Ne halbe Stunde sinnlos kicken bringt ja auch nix...


    Jack....

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.


    Albert Einstein.

  • Moin,


    ja die Standgasregulierschraube war mit draußen.


    Kerze war nass, Funken war da. Das hatte ich glaub ich vergessen zu schreiben. Also Kiste säuft ab... Dann vermute ich mal, ich soll oben benannte Schraube verstellen?


    Du schreibst, wenn die Schraube den Schieber nicht weit genug anhebt wird es schwierig mit ankicken. Also wäre jetzt meine Schlussfolgerung, die Schraube sukzessive weiter rein zu drehen und zu probieren?


    LG

  • Moin,


    mit der Schraube stellst Du lediglich den Leerlauf ein. Wenn Dieser nun zu niedrig eingestellt ist, so dass der Motor aus geht, wenn Du den Gasgriff loslässt, dann hat der Motor auch keinen Grund zu laufen, wenn Du in genau dieser Gasschieberposition anfängst zu kicken. Wenn Dieser nun zu hoch eingestellt ist, dann jagt der Motor beim starten hoch dreht mit der eingestellten Leerlaufdrehzahl. Ist diese Schraube zu weit drinnen, dann säuft der Motor beim Startversuch ab, als wenn man beim Kicken zu viel Gas gibt...


    viele Grüße,
    Oliver

  • Ich hab mal an einem Vergaser gemessen, es ist aber nicht einfach zu erklären.


    Das Teil am Vergaser an dem die Gaszüge eingehangen werden wird ja von unten von der Rändelschraube also die mit dem weißen Knopf berührt bzw. hochgedrückt.


    Der Anschlag / Metallwinkel in den diese Schraube gedreht wird besteht aus 2 Metallteilen die zusammengepresst also eine Einheit sind. Von der oberen Fläche bis zur Fläche des Gaszugsaufnehmer (unten Richtung der Rändelschraube) sind es ca 5mm.


    Es geht ja erst mal darum, dass der Motor startet, mit dieser Einstellung oder etwas mehr sollte der Motor starten. Wenn er startet dreht der ja nicht gleich bis in den roten Bereich, das hört man ja und gleich nachregeln. Die richtige Einstellung kann man nur bei warmgefahrenen Motor machen.


    Ich versuch mal ein Bild anzuhängen ....


    Jack ...

    Images

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    Albert Einstein.

    Edited 2 times, last by Jack ().

  • Ok, dann schon mal vielen Dank für die Ausführungen.


    Wenn ich dich (JoeBar) richtig verstehe, scheint die Schraube bei mir zu weit eingedreht, daher zu viel Sprit, daher säuft sie mir ab.


    Ich werd die Tage mal dran rum spielen. Melde mich bestimmt wieder :666:

  • Olaf was du meinst ist mir klar….


    Wenn aber aussen die Rändelschraube zu weit nach oben gedreht ist, dann hilft dir der Schiebersanschlag wenig…


    Stimmst du mir da zu ?!


    Jack…

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    Albert Einstein.

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