Hauptständer verbogen?

  • Hallo Allerseits,

    nachdem ich letztes Jahr meine SR gekauft hatte, habe ich die wichtigsten Inspektionsarbeiten erledigt und einiges verändert bzw. verbessert (Fahrwerk, Kettenblatt-Träger, Stahlflex-Bremsleitung, etc.) - als Solo-Selbständiger bin ich allerdings durch Corona etwas gebeutelt, so dass ich wenig zum Fahren und weitermachen gekommen bin.

    Ich muss noch voraus schicken, dass die Maschine beim Kauf optisch einen ganz ordentlichen Eindruck gemacht hat, es sich aber inzwischen herausgestellt hat, dass sie technisch schon arg vernachlässigt wurde...

    Doch jetzt zum eigentlichen Problem.

    Das Moped war fast nicht auf den Hauptständer zu kriegen. Den Ständer nach unten auf den Boden gesetzt stand sie wie ein friesischer Seemann ziemlich weit nach rechts geneigt. Beim hoch ziehen machte sie dann einen mehr oder weniger eleganten Hüftschwung um die Hochachse, um dann etwas nach links gebeugt auf dem Ständer zu stehen. Meine Diagnose, der Ständer ist total verbogen...

    Das hat mich genervt, so dass ich den Hauptständer einfach abgebaut habe. Kettenpflege und andere Reparaturarbeiten ohne HS sind aber auch doof, so dass ich mir gebraucht einen besorgt habe. Diesen habe ich nun versucht anzubauen. Die Bolzen fluchten aber überhaupt nicht mit den Rahmenaufnahmen. Ich versuche hier Bilder anzuhängen. Wenn der rechte Bolzen drin ist, dann bekomme ich den linken Bolzen zwar mit viel "Gefühl" rein, er will aber nicht durch, obwohl das äußere Loch eher ein Langloch ist...

    Und jetzt kommen noch zwei Beobachtungen hinzu.

    Der alte Hauptständer hat am Fußhebel einen ordentlichen Knick.

    Die linke Fußrastenaufnahme war so weit nach innen verbogen, dass sie an der Schwinge angeschlagen ist. Ich habe sie wieder nach außen gebogen.

    Ich habe meine Vermutung, was passiert sein könnte, möchte aber gerne die Einschätzung der FoMis wissen.

    Vielen Dank erst mal...


    P.S.: Hoffe, das klappt mit den Bildern, und sorry für die schlechte Bildqualität.

  • Nabend,


    mach mal den Motor lose an allen Befestigungspunkten, evtl. hängt der verspannt im Rahmen.

    Und ja, einen Ditscher hat die Gute wohl abbekommen.


    Gryzi, M.

  • Gleiches Problem hatte ich auch, vielleicht in abgeschwächter Form. Erst, als ich den Hauptständer OHNE Feder geschraubt hatte, konnte ich ihn so anschrauben, das alles passte! Die Feder habe ich dann mit Unterlagscheiben im Schraubstock " gelängt" das sie problemlos einzuhängen war. Dann Unterlagscheiben raus und gut war !

  • naja, da war eindeutig Gewalteinwirkung links unten, gegen das Fußteil des Ständers und dem Ausleger für die Soziafußraste. Das eine Problem hast du schon behoben. Inwieweit das die Geometrie an der Hauptständerbefestigung verändert hat kann man aus der Distanz schlecht beurteilen, ich hoffe ja nicht daß du wie Stuppy auf die Idee gekommen bist ihn mit montierter Feder anbauen zu wollen :376: Das Langloch hat mit dem Unfall nichts zu tun, das kommt durch mangelnde Schmierung. Da kann man eine Scheibe draufschweißen. Wenn ein Hauptständer durchhängt, hilft nur Aufschweißen von 2-3 mm starken Metallstücken auf den Höcker den man auf deinem ersten Foto sieht. Danach passend abschleifen, wenn er nämlich zu hoch steht ist auch nicht gut weil er dann leicht einklappen kann und das Moped fällt dann um.

    Real men don´t need instructions - they just need heavy tools

  • Wahrscheinlich gibt es mehrere Problemstellen:

    - Hauptständer verbogen/verzogen. Zur Prüfung einen Stab mit 19mm Durchmesser durch beide Aufnahmen schieben. Wenn das klappt = ok, wenn nicht weiß man wie man den Ständer richten muss. Normalerweise passt der Stab nicht durch die zweite Aufnahme

    - Aufnahmen am Rahmen sind ausgeschlagen. Das ist bei dir der Fall, zur Reparatur müssen entweder die kompletten Aufnahmen erneuert werden, oder beidseitig muss aufgedoppelt werden. Eher aufwendig, da die neuen Löcher ja auch fluchten und winkelig sein müssen zum Rahmen.

    - Die Bolzen sind verschlissen. Diese sollte man nach dem Aufdoppeln der Rahmenbefestigung auf Maß neu anfertigen

    Da mir das alles zu aufwendig war, hab ich den Hauptständer weggelassen. Vielleicht mach ich das mal, wenn ich in Rente bin und ein schönes Schweißgerät habe :o)

  • Ja, robhopf1, echt wahr. Ich bin kein versierter Schrauber und hab fluchend auf dem Boden gelegen und alles versucht, diese fucking Feder wieder dran zu bekommen. Birne angestrengt und mit meinen technisch begrenzten Mitteln hab ich es dann irgendwann nach ner gefühlten Stunde hinbekommen ! Ich war fix und fertig !! :483:

  • Stuppy: ging mir auch schon so, bis ich auf den Trick mit den Scheiben gekommen bin dann wars easy.

    Real men don´t need instructions - they just need heavy tools

  • Vielen Dank für die Hinweise und Tipps.

    Yepp, ich habe den Ständer selbstverständlich ohne Feder montiert, bzw. montieren wollen.

    Weder der alte, noch der neue Ständer, noch die Rahmenaufnahmen fluchten. Deswegen bin ich davon ausgegangen, dass das zwar ungewöhnliche Ingenieurskunst ist, aber wohl geplant...

    Der Tipp mit dem evtl. verspannten Rahmen ist jedenfalls hilfreich, an dem Punkt werde ich mal anfangen.

    Meine Vermutung ist, dass das Moped einen ordentlichen Wumms links abbekommen hat, deshalb Soziusraste und Ständer verbogen - Fahrerrasten sind neu. Beim Fahren bemerke ich nichts, der Geradeauslauf ist ok. Ich denke aber, dass ich in nächster Zeit aber mal alles penibel sauber mache und den Rahmen genau auf Risse inspiziere.

    Grüße

    Christian

  • Erst ein Bolzen, dann die Feder und denn den zweiten Bolzen.


    Alle 30 Jahre mal ein Ständer, geht doch

    Und genau daran bin ich gescheitert, bzw. verzweifelt. Keine Chance ......

  • Mit nem Stückchen Schnur kann man das doch ganz einfach spannen und dann über den Schniepel drücken. Hab aber auch seit ca. 20 Jahren keinen Hauptständer mehr dran.


    Fump

  • Mit nem Stückchen Schnur kann man das doch ganz einfach spannen und dann über den Schniepel drücken. Hab aber auch seit ca. 20 Jahren keinen Hauptständer mehr dran.


    Fump

    Theoretisch schon, aber praktisch??????

  • Ja, praktisch nicht mehr dran. Oder meinst du das Spannen einer Feder? In unserer Kabelbinderverseuchten Zeit weiss eben kaum einer noch mit Tauwerk unzugehen (Ich bin Traditionssegler und habe da auch einen echten Oldtimer).


    Fump

  • Aaaalso: Du machst nen Palstek ins Auge der Feder und ein Lasching oder Zurring zu irgendwas Festem was hinter dem Schniepel liegt. Bei dicker Schnur machst du die Törns dann durch den Palstek und nicht auch noch durch das Auge der Feder, damit da noch Platz bleibt. Das machst du bis das Auge auf Höhe des Schniepels gezogen ist und drückst es rüber. Falls da kein geeigneter Holepunkt hinter dem Schniepel ist, kannst du mit zwei Holepunkten ein Hahnepot bilden um das Auge neben den Schniepel zu ziehen. Wenn das mit dem Zurring nicht reicht, könnte auch ein Drehknebel helfen die restliche Spannung aufzubringen.


    Fump

  • Aaaalso: Du machst nen Palstek ins Auge der Feder und ein Lasching oder Zurring zu irgendwas Festem was hinter dem Schniepel liegt. Bei dicker Schnur machst du die Törns dann durch den Palstek und nicht auch noch durch das Auge der Feder, damit da noch Platz bleibt. Das machst du bis das Auge auf Höhe des Schniepels gezogen ist und drückst es rüber. Falls da kein geeigneter Holepunkt hinter dem Schniepel ist, kannst du mit zwei Holepunkten ein Hahnepot bilden um das Auge neben den Schniepel zu ziehen. Wenn das mit dem Zurring nicht reicht, könnte auch ein Drehknebel helfen die restliche Spannung aufzubringen.


    Fump

    Genauer konnte man es nun wirklich nicht erklären Phillipp

    --------------------------------------
    Gruß von Daheim


    Michael

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